Lörrach Mehrwegsystem für Gastronomie?

Die Einweg-Verpackungen sind „in der Herstellung ressourcenintensiv und haben eine schlechte Klimabilanz“, beklagt die SPD und fordert darum „die Einführung eines Mehrwegsystems für nachhaltiges Take-away in der Lörracher Gastronomie“.Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Die SPD-Gemeinderatsfraktion beantragt, „die Einführung eines Mehrwegsystems für nachhaltiges Take-away in der Lörracher Gastronomie“ zu prüfen.

Lörrach (mek). Dabei sollen laut Antrag von der Stadtverwaltung folgende Fragen geklärt werden: „Welches System wird bereits in anderen Kommunen erfolgreich eingesetzt? Wie kann die Gastronomie in Planung und Umsetzung einbezogen werden? Können dafür vom Fachbereich Umwelt und Klimaschutz Mittel für ein kleines Förderprogramm bereitgestellt werden? Kann die Stadt die Einführung mit Werbung und Beratung unterstützen? Können dafür Fördermittel von Land und Bund oder Sponsoring-Mittel generiert werden? Wie kann das Mehrwegsystem auch für das Stadtmarketing genutzt werden?“

In der Begründung heißt es: „Gerade jetzt in der Pandemie wurde deutlich, wieviel Müll anfällt, wenn man den Abhol/Liefer-Service der Gastronomie nutzt. Unabhängig davon, dass wir diesen Service in jeder Hinsicht begrüßen, stellt sich die Frage, wie dieser Müll dauerhaft vermieden oder zumindest minimiert werden kann.“

Die Einweg-Verpackungen seien „in der Herstellung ressourcenintensiv und haben eine schlechte Klimabilanz“. Und das unabhängig vom Material: Selbst sogenanntes Bio-Einweggeschirr sei „letztlich eher Greenwashing“.

Zudem erzeugten Einweg-Essens-Verpackungen unnötigen Müll, „der mitunter auch noch achtlos und rücksichtslos auf Kosten der Allgemeinheit auf öffentlichen Straßen, Plätzen und Parks sowie in der Natur entsorgt oder Anliegern vor die Haustüre gestellt“ werde. Ein Mehrwegsystem würde daher auch zu saubereren Innenstädten und weniger Müll an beliebten Plätzen in der Natur beitragen, so die SPD.

Erst in der jüngsten Sitzung hatte Hubert Bernnat eine zunehmende Vermüllung sowohl am Bammerthüsli in den Tüllinger Reben als auch am Lindenplatz beklagt (wir berichteten).

Demgegenüber habe ein Mehrweg-System immer eine bessere Ökobilanz. „Es steht daher auch für den gesellschaftlichen Wandel, den wir in Lörrach als Energiestadt und eine Stadt, die den Klimanotstand ausgerufen hat, wollen. Solange dieses Problem nicht bundes- oder noch besser europaweit gesetzlich gelöst wird, können wir gemeinsam mit anderen Städten zumindest unseren kleinen Teil zur Lösung beitragen“, schreibt Stadträtin Christiane Cyperrek für die Sozialdemokraten. Ein beispielhaftes und von der Kommune sowie dem Landesumweltministerium gefördertes Mehrwegsystem gebe es bereits in Mannheim.

Der Klassiker ist wieder da: Lesen Sie das ePaper bis zum Jahresende für nur 89 Euro! Gleich HIER anfordern.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Angela Merkel

Die Kanzlerfrage beschäftigt die Union. Wer wäre Ihrer Ansicht nach der bessere Kanzlerkandidat: Armin Laschet oder Markus Söder?

Ergebnis anzeigen
loading