Lörrach Meister der geometrischen Formenspiele

Dominique Spirgi

Von Dominique Spirgi

Basel Das Kunsthaus Baselland zeigt eine Überblicksausstellung zum künstlerischen Schaffen von Werner von Mutzenbecher. Der variantenreich tätige 85-jährige Basler Künstler präsentiert sich darin vornehmlich als Meister der geometrischen Formenspiele.

Der Ausstellung ist anzumerken, dass der Künstler bei der Zusammenstellung der Werke ein gewichtiges Wort mitgeredet hat. Gewisse Werkphasen und -gruppen fehlen ganz, andere werden nur marginal abgehandelt. Werner von Mutzenbecher präsentiert sich im Kunsthaus Baselland vornehmlich als Maler der geometrischen Abstraktion. Als solcher hat er sich letztlich einen wichtigen Platz in der zeitgenössischen Kunstszene geschaffen. Aber er präsentiert sich nicht eingeschnürt in ein formalistisches Korsett, sondern mit stetig neuen Ausdrucksformen und Auftritten, die er in seiner nun über 60 Jahre andauernden Künstlerkarriere durchschritten hat. Seine frühen, düsteren figurativen Gemälde kommen nur am Rand vor, sein pop-artiger Abstecher in die Gefilde traditioneller Malerei von 2008 gar nicht.

„Ich habe mich erfolgreich gegen eine Retrospektive gewehrt“, sagte von Mutzenbecher am Mittwoch an der Medienführung durch die Ausstellung - dies mit einem charmanten Lächeln an die Adresse von Kunsthaus-Direktorin Ines Goldbach.

Es sei eine Überblicksausstellung geworden, präzisierte Goldbach mit dem Hinweis, dass von Mutzenbecher ja noch immer putzmunter und in die Zukunft blickend im Atelier am Arbeiten sei.

Die Ausstellung beginnt mit den jüngsten Werken: Es sind dies großformatige Spielereien mit monochromen geometrischen Mustern – immer in Schwarz, Rot oder Blau und nie in gemischten Farben. Flächige Formen mit räumlichen Dimensionen

Die nebeneinander gesetzten oder einmal auch ineinander fließenden geometrischen Muster sind flächiger als in den früheren Werken, die in den weiteren Räumen folgen. Aber wie diese entwickeln sie beim genaueren Betrachten zwischen den stets geraden Linien eine räumliche Dimension und zuweilen schimmert da und dort auch etwas Figürliches durch.

Von Mutzenbecher beschreibt seine frühe Hinwendung zur geometrischen Abstraktion als Befreiung vom Figurativen - aber nicht vom emotionalen Moment. „Malen ist bei mir stets ein psychomotorischer Akt“, sagt er, „eine Performace, die aber auch zu Ende gehen, und die ich dann auch weglegen kann.“

Von Mutzenbecher malt aber nicht nur, er fotografiert auch und er dreht Filme und Videos. In der Ausstellung sind eine Reihe dieser Arbeiten oder „Performances“ zu sehen, in denen sich der Künstler wiederum dem Figürlichen zuwendet.

  Die Ausstellung im Kunsthaus Baselland dauert bis 13. November. Anfang Oktober wird eine ausführliche Monografie zum Schaffen Werner von Mutzenbechers erscheinen. Bis 15. Oktober zeigt auch die Basler Galerie Gisèle Linder neue Werke des Künstlers.

Gleichzeitig zur Überblicksausstellung von Werner von Mutzenbechers Schaffen zeigt das Kunsthaus Baselland eine kleine Serie von mit Worten spielenden Installationen der in Basel lebenden Franko-Kanadierin Maude Léonard-Contant.

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