Lörrach „Mini Musik Festival“

Von Ursula König

Lörrach. Es wurde zum „Best of“ der bisherigen Kneipenmusik: Am Freitag und Samstag standen im Nellie sieben Bands oder Solisten auf der Bühne des Veranstaltungsraumes, die Eigenkompositionen ebenso wie gecoverte Versionen individuell interpretierten und damit an beiden Tagen ein zahlenmäßig ausgewogenes Publikum erreichten. „Bardentreff“ nennt sich das brandneue Konzept, das Geschäftsführer Tim Krause und Philipp Einhäuser vom Kulturmanagement präsentierten.

Dass Krause sich an neue Projekte wagen wird, um dem sozio-kulturellen Zentrum zu mehr Schwung zu verhelfen, hatte er bei seinem Antritt vor knapp einem Jahr angekündigt. Sein Konzept scheint aufzugehen. Insbesondere die Nische für Jungmusiker und weniger bekannte Sänger und Songwriter scheint bei Künstlern und Publikum gleichermaßen Anklang zu finden.

„Keine teuren Eintrittspreise“; das galt auch für die zweitägige Veranstaltung am Wochenende. Sozio-kulturell bedeute eben auch, wie Einhäuser erklärte, jedem Kultur Interessierten Zugang zu ermöglichen. In der Kasse landet dann, was jeder nach eigenem Ermessen geben kann oder möchte. Und hiermit haben die Verantwortlichen gute Erfahrungen gemacht. Auch an den Kneipenabenden komme hier „eine gute Gage“ zusammen, erklärte Einhäuser.

Von der Kneipe auf die Bühne des Veranstaltungsraumes: Da hat sich bereits „ein kleiner Pool“ an regionalen Künstlern etabliert, die ihr Publikum gefunden haben. Wobei es durchaus vorkommen kann, dass auch durchreisende Musiker hier spontan Station machen. Dieses Konzept, verdichtet zu einem zweitägigen „Mini Musik Festival“, soll erhalten und weiter ausgebaut werden. Wenn es nach den Vorstellungen von Krause geht, könnte daraus zukünftig durchaus ein dreitägiges „Bardenfestival“ werden.

Vielseitig und bunt präsentierte sich der Freitag mit traditioneller irischer Folkmusik der „Happy Feet Band“, Musik von Jan Gregersen und der ausdrucksstarken Solosängerin und Gitarristin Debbie Ela.

Ebenso abwechslungsreich gestaltete sich der Samstagabend mit „Daniel Kiefer and friends“, „Anuschka and the sled dogs“, „naked truth“ und Marc Hofmann. Letzterer kommt aus Freiburg, ist Lehrer und Autor und auch als Kabarettist unterwegs. Die Bühnenerfahrung ist für ihn also nicht neu. Er knüpft an die hohe Zeit der Liedermacher in den siebziger Jahren an und verbindet dieses Flair mit Themen der heutigen Zeit, wie beispielsweise Freundschaften, die man wegklicken kann. Er verkörpert stellvertretend den Typus des Barden, den ursprünglich gemeinten Dichter und Sänger des keltischen Kulturkreises. Die Barden im Nellie überraschten mit anspruchsvollem Gesang, pointierten Texten und eigenwilliger Interpretation.

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