Lörrach Mit Fünf schon in der Manege

Von Regine Ounas-Kräusel

Lörrach. Das Duo Ferrandino lässt die Zuschauer im Lörracher Weihnachtscircus derzeit die Schwerkraft vergessen: Der italienischen Artist Micele Ferrandino und seine Frau Marina Curci zeigen rasante Rollschuhartistik und Kunststücke am Haltestuhl hoch oben unter der Kuppel des Zeltes. Die beiden Artisten führen ein aufregendes Leben. Als Duo Ferrandino treten sie in der ganzen Welt auf und manchmal dauert es Monate, bis sie ihre Kinder wiedersehen, erzählen die Artisten bei einem Gespräch im Wohnwagen.

Als Rollschuhartisten wirbeln die beiden auf einem winzigen Podest, das gerade mal einen Durchmesser von zwei Metern hat, und zeigen ihre waghalsigen Tricks. Ihr perfektes Zusammenspiel fasziniere die Zuschauer, sagt Micele Ferrandino. Mit täglichem diszipliniertem Training bereiten sich die beiden auf ihre Auftritte vor. Mit Bodybuilding und Gymnastik halten sie sich fit.

Micele Ferrandino ist in einem Zirkus aufgewachsen und stand mit fünf Jahren zum ersten Mal in der Manege – zuerst mit Feuertricks, als Fakir und als Kautschukmensch. Später führte er dann Kunststücke mit Schlangen vor. Im Alter von acht Jahren trat er zusammen mit seinem Bruder und seiner Schwester zum ersten Mal mit Rollschuhartistik auf. Doch Jahre später nach seiner Militärzeit stieg er beim Zirkus aus. Seine Geschwister hatten geheiratet und aufgehört, so hatte er keine Partner mehr.

Erst in Marina Curci fand er wieder eine ideale Partnerin für seine Artistik, obwohl sie vor der Hochzeit nie im Zirkus gearbeitet hatte. „Er war mein Lehrer“, sagt sie. „Ich habe erst mit 28 angefangen.“ Doch sie brachte gute Grundlagen mit. Neben ihrem Beruf als Sekretärin hatte Marina Curci Bodybuilding betrieben und widmete sich dem klassischen Tanz. Heute gefällt ihr die Arbeit als Artistin und das viele Reisen, erzählt sie. „Wir haben Freunde auf der ganzen Welt“, ergänzt er.

Das Duo ist schon in Dänemark, Finnland, der Ukraine und Russland aufgetreten, in den USA, in Singapur, Indonesien und vielen anderen Ländern. Die beiden Artisten zeigen ihre Kunst nicht nur im Zirkus, sondern auch im Fernsehen, in Theatern und Kabaretts. Auf internationalen Zirkusfestivals wurden sie schon mehrfach ausgezeichnet, etwa in Kiew, Budapest und Rom. Auf die Frage, wie sie sich von diesem aufregenden Leben erholen, haben die beiden gar keine eindeutige Antwort. „Bei unseren Kindern, unserer Familie zu Hause...“ Oder können sie vielleicht doch am besten entspannen, wenn sie zu zweit als Paar unterwegs sind, um zu arbeiten?

Micele Ferrandino und Marina Curci sehen ihre drei Kinder manchmal mehrere Monate lang nicht. Der jüngste Sohn lebt bei Marinas Mutter in Italien, die beiden älteren Geschwister besuchen schon die Artistenschule in Verona. Auch Weihnachten verbrachten die Kinder in diesem Jahr bei ihrer Oma. Doch im Januar, wenn der Weihnachtscircus Lörrach verlässt, werden Micele und Marina nach Italien zu ihren Kindern fahren.   Vorstellungen: Montag bis Freitag, 16 Uhr; Wochenende und Feiertage: 15 und 19 Uhr; Silvester, 19 Uhr (mit Sektempfang); Neujahr: Ruhetag; Tickets: Zirkuskasse und bei unserer Zeitung; Tickethotline: 0163/45 50 524. Das Gastspiel dauert bis 7. Januar.

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