Lörrach Mit Petition gescheitert

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In Lörrach wird an verschiedenen Stellen der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Foto: Marco Fraune

Bei künftigen Veröffentlichungen über Opfer und Opfergruppen des Nationalsozialismus soll die Stadt nicht mehr den Begriff „nicht-jüdische Opfer“ verwenden. Dafür wirbt Alt-Stadtrat Peter Jensch (FDP), der nun eine entsprechende Eingabe an den OB gemacht hat. Gescheitert ist er hingegen mit einer ähnlich lautenden Petition.

Von Marco Fraune

Lörrach. Für Jensch steht aber weiter fest: „Mit dem Begriff ,nicht-jüdische Opfer’ bekämpft man den Antisemitismus gerade nicht: Im Gegenteil, man möbelt ungewollt Antisemitismus auch noch wieder auf.“ Daher regt er als Einwohner und Mitbürger bei den Stadträten und OB Jörg Lutz an, auf die Bezeichnung zu verzichten.

Der Petitionsausschuss hat hingegen eine für Jensch ernüchternde Entscheidung getroffen. „Der Petition kann nicht abgeholfen werden“, heißt es. Das Verfahren sei damit abgeschlossen.

„Jüdisch“ und „nicht-jüdisch“

Der Petent hatte die Unterscheidung von Opfern des Nationalsozialismus in „jüdisch“ und „nicht-jüdisch“ moniert und gefordert, die aus seiner Sicht dadurch entstehende Stigmatisierung abzulehnen sowie die Verwendung der beiden Begrifflichkeiten sogar landesweit zu unterbinden.

Die Prüfung hat aber Folgendes ergeben, wie es in der Drucksache heißt: „Begriffe und Kategorien ergeben sich in der Forschung und wissenschaftlichen Publikation aus dem Diskurs und aus fachlichen Erwägungen, sie können von der Landesregierung weder verordnet noch unterbunden werden“, heißt es unter anderem. Der Beauftragte der Landesregierung gegen Antisemitismus erklärt: „Die vom NS-Regime verfolgten Menschen stehen nicht in einer Konkurrenz zueinander, sondern verweisen als Mitglieder verfolgter Gruppen miteinander auf die Erinnerungs- und Schutzwürdigkeit jedes einzelnen menschlichen Lebens.“

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