Lörrach Mit pulsierendem Rhythmus

Romeo Franz und Sohn Sunny Franz (beide Violine) und Band Foto: Regine Ounas-Kräusel Foto: Die Oberbadische

Von Regina Ounasa-Kräusel

Lörrach. Der Jazzgeiger Romeo Franz und sein Ensemble spielten am Freitag im Lörracher Jazztone Swing und Gipsyjazz, ganz in der Tradition des großen Stephane Grappelli und des Quintetts „Hot Club de France“, in dem auch Django Reinhardt spielte.

Romeo Franz und sein Ensemble eröffneten das Konzert mit den Swingklassikern „Lady be good“ von George Gershwin und „I can’t give you anything but love“. Romeo Franz spielte die Songs auf seiner Geige mit melodisch, warmem Timbre, voller Leidenschaft und leiser zarter Gefühle. Auch der 19-jährige Sunny Franz übernahm immer wieder die führende Stimme auf seiner Geige. Mit kraftvoll-warmem Strich ließ er die Töne zwischen Gefühlen von Lebensfreude und Melancholie laufen und tanzen. Romeo Franz, der aus einer Musikerfamilie stammt, stand mit elf Jahren zum ersten Mal auf der Bühne und gründete mit 23 seine Band. Diese Tradition gibt er nun an seinen Sohn Sunny weiter, der im Jazztone bei vielen Stücken als erster Geiger auftrat. Der große Jazzgitarrist Joe Bawelino bereicherte das Konzert mit seinen dichten, vitalen Improvisationen. Ganz im Stil des Gipsy-Jazz unterlegten Johannes Schädlich am Kontrabass und David Reinhardt auf der Rhythmusgitarre die Musik mit einem pulsierenden swingenden Rhythmus.

Auch die Stücke „Troublant Bolero“ und „Minor Swing“ des großen Django Reinhardt erklangen. Immer wieder spendeten die Zuschauer anerkennenden Zwischenapplaus für die improvisierten Soli der Musiker. Virtuos und frei improvisierten Romeo und Sunny Franz auf ihren Violinen, ließen die Töne laufen, tanzen oder leise und zart anklingen. Souverän und mit großer Spielfreude improvisierte Joe Bawelino, melodische Tonläufe wechselten mit dichten Akkordkaskaden ab. Dann wieder unterlegte er die beweglichen Soli des Kontrabasses mit feinen Obertönen.

Romeo Franz und sein Ensemble fanden schnell einen Draht zu den Zuhörern. Beim etwas melancholisch beginnenden, dann aber burlesken Trinklied „Meu Matteo“ von Schnuckenack Reinhardt, bei dem Romeo Franz studiert hat, klatschten die Leute spontan im Rhythmus mit. Begeisterten Applaus spendeten sie nach einem ungarischen Tanz, einem Chadas, mit immer schneller drehendem Rhythmus.

Die Musiker spielten neben Swing auch Stücke wie den bekannten Bossa Nova „Orfeo Negro“. Vor der Konzertpause wurde Romeo Franz, der auch Abgeordneter im Europaparlament ist, einen Moment lang politisch. „Jazzclubs sind wichtige Institutionen, aber sie sterben aus“, sagte er. Er setze sich für eine Förderung von solchen Clubs und von Kleinkunstbühnen ein. Mittels Kunst und Kultur könne man in der Gesellschaft manches zum Guten wenden, weil sie Freiheit vermitteln, meinte er.

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