Lörrach Mit wenigen Klicks zur Fahrkarte

Gustav Widmann (mit Krawatte) erklärte den Teilnehmern die vielfältigen Funktionen des Automaten. Foto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Von Kristoff Meller Lörrach. Gleich drei Mal hintereinander fand gestern Vormittag ein Workshop zur Benutzung der Fahrkartenautomaten am Lörracher Hauptbahnhof im Rahmen des „Treff ab 50“-Sommerprogramms statt. Denn viele ältere Menschen haben Probleme mit dem vollautomatischen Ticketkauf.Die Sonne macht die Displays unlesbar, der Bildschirm zeigt so viele Optionen an, und die Schlange hinter einem wird dabei immer länger – Für viele Senioren birgt der Kauf von Fahrkarten ohne den persönlichen Kontakt am Schalter viele Herausforderungen. „Vor allem Menschen ohne Erfahrung mit Computern tun sich oft sehr schwer“, weiß die städtische Seniorenbeauftragte Kornelia Jagiela. Deswegen hat der „Treffpunkt ab 50“ den Kurs in diesem Jahr erstmals in sein Sommerprogramm aufgenommen – der Ansturm war riesig: „Ursprünglich war nur eine Gruppe geplant, jetzt sind es drei ausgebuchte Kurse mit jeweils zwölf Teilnehmern geworden“, sagt Jagiela.

Schon kurz vor dem offiziellen Beginn drängt sich die Gruppe um den Automaten und löchert Gustav Widmann mit Fragen. Der Teamleiter der Deutschen Bahn in Basel nimmt sich viel Zeit für die Fragen und erklärt anschließend zunächst die verschiedenen Fahrkartentypen und den Unterschied zwischen dem Verbundgebiet und dem Angebot der Deutschen Bahn.

Bevor Widmann richtig ins Thema einsteigt, überreicht er jedem Teilnehmer ein blaues Buch des Regio Verkehrsverbunds Lörrach (RVL). Darin werden sämtliche Spezialangebote wie Punktekarten, Monatskarten oder Kombitickets erläutert. „Am besten lernen sie das Buch auswendig“, sagt Widmann mit einem Lächeln.

Automaten oft Ziel von Vandalismus

Seit 2006 setzt die Bahn die aktuellen Automaten ein. Zuvor existierten zwei verschiedene Modelle – eines für den Verbund und eines für den Fernverkehr. „Der meiste Umsatz wird derzeit an den Automaten gemacht, aber der Verkauf von Tickets im Internet boomt“, sagt Widmann.

Der Anteil von am Schalter verkauften Fahrkarten nehme hingegen immer weiter ab. Kein Wunder, schließlich hat die Bahn nach und nach Personal reduziert. „Jedes Jahr werden neue Angebote und Tickets ins Programm aufgenommen, da wird es für das Personal immer schwieriger, schnell das beste Angebot für den Kunden zu finden“, sagt Widmann. Der Computer sei hier wesentlich besser.

„Was mache ich aber, wenn der Automat defekt ist“, will ein Mann daraufhin wissen. Widmann empfiehlt die Nummer des Geräts aufzuschreiben und dem Lokführer mitzuteilen. „Die Automaten sind vor allem in den kleinen Orten sehr oft Vandalismus ausgesetzt“, beklagt Widmann.

Im Anschluss werden verschiedene Verkaufsszenarien durchgespielt: der Kauf einer Fahrkarte zum Frankfurter Flughafen inklusive Sitzplatzreservierung, das Ändern des Start-Bahnhofs oder der Kauf einer Punktekarte: „Sie müssen nur hier und hier drücken, schon haben sie eine Punktekarte – das ist ganz einfach“. „Ja, für Sie“, antwortet sofort eine ältere Dame. Viele Teilnehmer sind mit den vielen Optionen und Möglichkeiten des Automaten offensichtlich überfordert – vor allem unter Zeitdruck.

Dabei bietet das Gerät sehr viel und ist logisch aufgebaut. Es braucht jedoch einige Übung und Routine, um das gewünschte Ticket auf Anhieb zu finden. Kornelia Jagiela empfiehlt deshalb, „schon Zuhause das gewünschte Ticket“ im blauen Buch herauszusuchen und rechtzeitig am Bahnsteig zu erscheinen.

Nach dem 45-minütigen Kurs haben fast alle Teilnehmer etwas dazu gelernt: „Die Schulung war sehr hilfreich“, befindet beispielsweise Eva Standhardt. „Die Hemmschwelle, den Automaten zu benutzen, ist heute sicher gesunken.“ u  Die Bahn bietet auch eine interaktive Schulung an einem virtuellen Automaten im Internet unter www.bahn.de/p/view/service/vertriebswege/automat/ntaw.shtml an.

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