Lörrach Motivieren – nicht bevormunden oder gängeln

Auch das kann Klimaschutz sein – der Verzicht auf exotische Früchte, wie Avocados. Für ein Kilo Avocados werden bis zu 1000 Liter Wasser verbraucht. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Lörrach - Der sogenannte CO2-Compass ist ein weiterer Schritt der Stadt Lörrach auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune bis zum Jahr 2050. Auf Antrag von Grünen und SPD/Linke befasste sich der Gemeinderat mit diesem Thema und bekräftigt in einem Beschluss, sich zu dem Pariser Klimaabkommen zu bekennen, wie Thomas Hengelage (Grüne) die Forderung noch einmal formulierte.

Klar ist, dass die Stadt allein die Klimaneutralität nicht erreichen wird. Hierzu sind erhebliche Anstrengungen der gesamten Stadtgemeinschaft – Bürger, Unternehmen, kommunale Betriebe – notwendig. Denn: Nach derzeitigen Berechnungen muss der CO2-Ausstoß pro Person von aktuell elf Tonnen im Jahr auf maximal zwei Tonnen gesenkt werden.

Geschehen soll dies allerdings nicht mit immer mehr Auflagen und Vorschriften. Ziel ist es vielmehr, alle Akteure in der Stadt zu motivieren, ihren CO2-Fußabdruck zu bestimmen und an den Zielen des Pariser Klimaabkommens zu messen und entsprechend zu reduzieren.

In der Sitzung des Gemeinderats freute sich Christiane Cyperrek (Grüne), „dass die Verwaltung unseren Antrag unterstützt“. Der SPD sei es wichtig, dass Klimaschutzangebote motivierend wirken, „damit möglichst viele mitmachen“. In diesem Zusammenhang erwähnte Cyperrek die Bedeutung eines CO2-Rechners, mit dem jeder unkompliziert und schnell seinen CO2-Verbrauch berechnen und dann persönliche Einsparmaßnahmen ergreifen könne.

Für die CDU-Fraktion erklärte Xaver Glattacker kurz und bündig: „Wir stimmen zu.“ Etwas reservierter äußerten sich die Freien Wähler. Matthias Lindemer betonte auch, dass die Motivierung der Bürger wichtig sei.“ Allerdings sei seiner Fraktion nicht ganz klar, „zu welchen personellen und finanziellen Auswirkungen das führt“. Deshalb seien nicht alle Fraktionsmitglieder einverstanden mit dem Beschlussvorschlag.

Die für den Klimaschutz bei der Stadt zuständige Fachbereichsleiterin Britta Staub-Abt betonte, dass der Beschluss, den Antrag von Grünen und SPD/Linke weiter zu verfolgen, „keinen personellen Mehraufwand“ mit sich bringe. Oberbürgermeister Jörg Lutz ergänzte, dass Kosten erst dann abgeschätzt werden könnten, wenn Einzelmaßnahmen anstehen würden.

Auch Thomas Hengelage betonte noch mal, dass es vorrangig darum gehe, Bürger auf den Klimaschutz und ihre Handlungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen, damit diese „selbst tätig werden“. Das Engagement der Stadt sei hier durchaus überschaubar. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde der Antrag angenommen.

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