Lörrach Museum stärkt seine Position

Bernhard Konrad

Lörrach - Das Dreiländermuseum muss im zweiten Jahr der Corona-Pandemie erneut einen massiven Einbruch der Besucherzahlen verkraften. Gleichzeitig wurde hinter den Kulissen die Netzwerkarbeit intensiviert und die Position des Hauses in der Museumslandschaft am Oberrhein gestärkt.

Nur 6314 Gäste registrierte die Einrichtung im vergangenen Jahr, 2020 waren es immerhin noch mehr als 8000. In der Regel kann das Haus mit rund 20 000 Besuchern rechnen, sagte Museumsleiter Markus Moehring am Dienstag beim Jahresrückblick.

Die Ausstellungen

Und selbst die so dürftig erscheinende Zahl für das Jahr 2021 konnte nur deshalb erreicht werden, weil in der kurzen Zeitspanne von Juli bis Oktober insgesamt 62 Veranstaltungen angeboten wurden.

„Die große Sonderausstellung ’Kunst und Nationalsozialismus’ konnte nach der Wiedereröffnung noch viele Interessierte anlocken und mit hochkarätigen Veranstaltungen grundlegende Fragen stellen. Die Ausstellung ’1870/71 – Nachbarn im Krieg’ stellte nicht nur viele Sammlungsstücke erstmals öffentlich vor, sondern brachte auch viele neue Erkenntnisse zur Regionalgeschichte“, erläuterte Moehring im Mediengespräch.

Derzeit wird im Dreiländermuseum die Sonderausstellung „Schätze“ gezeigt.

Die Auszeichnung

Den Wert der Lörracher Museumsarbeit belege nicht nur die Interreg-Förderung der Europäischen Union für das Projekt „Dreiländersammlung“ – es beinhaltet auch den Bau des Depots –, sondern zuletzt auch der Lotto-Museumspreis Baden- Württemberg: der höchst dotierte deutsche Museumspreis, betont Moehring.

Mittlerweile wurde die Lörracher Einrichtung auch für ein Pilotprojekt des Landes zur Nachhaltigkeit von Museen ausgewählt.

Das Projekt „Der Rhein“

Der Pandemie zum Trotz wurde die grenzüberschreitende Netzwerkarbeit intensiv gepflegt, unter anderem in Zusammenhang mit dem Projekt „Die Dreiländersammlung“. Daneben konnte das vom Dreiländermuseum koordinierte „Netzwerk Museen“ aber auch die Vorbereitungen für die kommende Ausstellungsreihe „Der Rhein / Le Rhin“ vorantreiben: Zwischen Herbst 2022 und Sommer 2023 wollen über 30 Museen den Rhein unter unterschiedlichen Aspekten vorstellen.

Nach einem Beschluss der trinationalen Oberrheinkonferenz wird das Dreiländermuseum die Schirmherrschaft für das Projekt übernehmen: All dies Facetten einer Entwicklung, die die Wertschätzung für die Arbeit des Lörracher Museums widerspiegelten – was in der Lerchenstadt selbst nur bedingt wahrgenommen werde, sagt Moehring: „Aber die Perspektive von außen hat sich in den vergangenen Jahren sicher verändert.“

Die Sammlung

2021 konnte die Dreiländersammlung 2021 zielgerichtet ausgebaut werden. „Die Sammlungsdatenbank wurde um 350 Objekte mit ausführlichen Einträgen und Fotos auf über 51 500 Objekte erweitert“, so der Museumsleiter.

Der Museumsfonds

Der Museumsfonds der Bürgerstiftung, dessen Zweck die Unterstützung der Museumssammlung ist, erhielt 2021 als bedeutende Zustiftung von Günter Henn dessen Haus in Brombach. Moehring: „Ein eindrucksvolles Zeichen bürgerschaftlichen Engagements für die Museumssammlung.“

Das Fazit

Trotz aller Einbrüche und Einschränkungen „wurde 2021 ein wichtiges Jahr für eine erfolgreiche und nachhaltige Weiterentwicklung des Dreiländermuseums“, betont der Museumsleiter abschließend.

Mehr zum Thema: Moehring: Depot fast eine Punktlandung

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