Lörrach. Beeindruckend, welch umfangreiches Programm die Lehrkräfte der TYTH-Musikschule im Stettener Bahnhof kürzlich mit ihren Schülern auf die Bühne gebracht haben. Der beinahe achtstündige Reigen bewies dem großen Publikum vor allem eines: Musik verbindet, ihre soziale Kraft setzt sich über alle Alters-, Herkunfts- und Fähigkeitsgrenzen hinweg. So bestand das Programm fast ausnahmslos aus Gemeinschaftsprojekten, Bands, Ensembles oder spontanen Gruppierungen. Die wenigen Solodarbietungen glänzten allesamt mit Virtuosität und souveränem Vortrag: Jamie D’Alwis spielte Rachmaninoffs Cis-Moll Prelude und Alexandra Sacapuntas sorgte für Gänsehaut mit Interpretationen von Norah Jones und Lady Gaga.

Zur feierlichen Eröffnung spielten die zahlreichen Kinder der Fridolin- und der Brombacher Hellbergschule, die im Rahmen der Ganztagsschule von Lehrern der Musikschule unterrichtet werden. Für die folgende Klassikmatinee lud die Schule auch Gäste zum Vortrag, es kamen unter anderem das Ensemble „Klarinetwerk“ der Städtischen Musikschule sowie der mehrfache Preisträger und ehemalige Klavierschüler Victor Ferger.

In den Programmblöcken am Nachmittag gab es viele Lieder zu hören. Die TYTH-Lehrkräfte schaffen es, sich mit Einfühlungsvermögen in die musikalischen Fantasien und Ideen ihrer Schüler hineinzudenken und ganz persönliche Klangwelten entstehen zu lassen, nichts wirkt gezwungen oder aufgesetzt.

„Die Ausrastas“ – ein Gemeinschaftsprojekt der Musikschule, dem St. Josefshaus in Herten und der Lebenshilfe, das Kinder mit Behinderung seit drei Jahren mit dem Rockstar-Fieber infiziert – sprühten vor Spiellaune und Musikalität. Mehrere hauseigene Bands überraschten zudem mit einem bunten Repertoire zwischen Seventies Rock und Hiphop. Die Besucher staunten nicht schlecht, als zum Abschluss auch noch eine zwölfköpfige Lehrerband, die sich spontan „The Happy Mythen Collective“ nannte, alle Register zog. Ein Zitat aus der Festansprache resümiert treffend: „Die TYTH-Musikschule ist angekommen in Lörrach – zehn Jahre, 30 Lehrkräfte, 700 Schülerinnen und Schüler, eine beachtliche Leistung“.