Lörrach Nachhaltige Betriebe ansiedeln

Das Lauffenmühle-Areal soll bis 2028 als Wirtschaftsstandort entwickelt werden. Foto: Kristoff Meller

Lörrach-Haagen - Der Ortschaftsrat Haagen hat am Dienstag den von der Stadt erarbeiteten Bebauungsplan „Ortsmitte Haagen“ begrüßt. Der Rat stimmte einer Offenlage zu. Der Bebauungsplan verbietet die Ansiedlung von Vergnügungsstätten.

Antje Schnacke-Fürst vom Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung erinnerte daran, dass man sich in Haagen schon seit mehr als 20 Jahren um einen attraktiven Ortskern und – seit der Lebensmittelmarkt auf dem Quelle-Areal schloss – auch um eine gute Nahversorgung bemühe. Der Bebauungsplan soll nun verhindern, dass sich dort Vergnügungsstätten ansiedeln, die die Entwicklung des Ortskerns behindern und die Anwohner stören könnten. Als Vergnügungsstätten gelten Wettbüros, Spielhallen, aber auch Billardcafés und Tanzbars. Das Quelle-Areal wird von der Firma Vacuform bewirtschaftet.

Christa Rufer (SPD) und Ulrike Krämer (CDU) lobten den Planentwurf. Rufer begrüßte, dass der Geltungsbereich, wie vom Ortschaftsrat gewünscht, erweitert wurde. Der Bebauungsplan „Ortsmitte Haagen“ erstreckt sich nun zwischen Schlossstraße und dem Bachlauf „Der Teich“ und umfasst vor allem Gebäude an der Durchgangsstraße, der Hauinger- und der Röttler Straße sowie an der Eisenbahnstraße.

Krämer begrüßte, dass der Plan das Quelle-Areal schütze, „wo wir wenig Einfluss haben“. Sie kritisierte, dass der Verwalter Hermann Kugelmann kein Interesse habe, dort eine Ortsmitte mit Nahversorgung zu entwickeln. Sie empfahl, über die Schaffung einer Ortsmitte an anderer Stelle nachzudenken, etwa auf der freien Fläche bei der Alten Halle.

Jörg Müller (Freie Wähler) fragte, ob der Hochzeitssalon auf dem Areal, in dem häufig mehrere hundert Gäste feiern, unter das Verbot der Vergnügungsstätten falle. Der Saal genieße Bestandsschutz, stellte Gerd Haasis, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Stadtplanung, fest. Bis Juni 2021 gilt für die Ortsmitte eine Veränderungssperre.

Der Rat begrüßte auch, dass die Stadt das Lauffenmühle-Areal gekauft hat, um es als Wirtschaftsstandort zu entwickeln. Michael Klatz, Projektleiter im Rathaus, berichtete, dass dort nachhaltige Betriebe angesiedelt werden sollen, etwa solche, die mit nachwachsenden Rohstoffen wie Holz arbeiten.

Geklärt werden soll auch, ob dort die Eigenbetriebe Stadtgrün und Werkhof sowie eine zentrale Wache für die Feuerwehren der Ortsteile unterkommen können. Die Stadt will ein Sanierungsgebiet ausweisen, das das neun Hektar große Firmenareal umfasst sowie weitere Flächen zwischen Brombach und Haagen.

Das Gelände soll in das Stadtgefüge neu eingebunden werden, etwa mit verbesserten oder neuen Wegeverbindungen. Bis 2028 soll das Gelände soweit überplant und erschlossen sein, dass es bebaut werden kann.

Rufer freute sich, dass auch der Bahnhof Haagen einbezogen wird. Sie schlug vor, die Unterführung unter den Gleisen durchzuleiten, um einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen. Krämer wollte rasch geklärt wissen, ob Vereine auf dem Lauffenmühle-Areal ein Gebäude nutzen können. Ob eine Zwischennutzung etwa für Vereine möglich sei, hänge von der Schadstoffbelastung der Werkshallen ab, sagte Klatz. Dies werde bis Ende 2020 geprüft.

Müller riet davon ab, auf dem Lauffenmühle-Areal den Werkhof anzusiedeln. Als „verkehrstechnisches Filetstück“ mit Bundesstraße, Autobahn, S-Bahn sowie einem Hafen in der Nähe müsse es gewerblich genutzt werden, betonte er. Sabrina Hauber (Freie Wähler) wollte wissen, ob auch ein Schulstandort möglich wäre.

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