Lörrach Narrenzunft verleiht Hubert Bernnat den Drochehüüler-Orden

Marco Fraune , aktualisiert am 20.02.2023 - 20:21 Uhr

Das Geheimnis ist gelüftet: SPD-Fraktionschef Hubert Bernnat ist eine besondere Ehre zuteil geworden.

Der Drochhüüler-Orden der Narrenzunft Lörrach ist am Montagmittag dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Hubert Bernnat verliehen worden. Oberzunftmeister AndreasDer Drochehüüler-Orden der Narrenzunft ist am Montagmittag dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Hubert Bernnat verliehen worden. Bei der Rotssuppe zeigt sich: Es gibt eine Menge humorvoll aufzuspießen.

 

Von Marco Fraune

Lörrach.Diese Verteidigungsrede zur Verleihung wird sicherlich vielen Narren lange in Erinnerung bleiben. Humorvoll, einfallsreich, sprachgewandt, wie einem Wortgewitter gleich hat Hubert Bernnat den Drochehüüler-Ordnen nicht nur entgegengenommen, sondern diesen fast in seine Einzelteile zerpflückt – natürlich mit einem kräftigen Augenzwinkern. Oberzunftmeister Andreas Glattacker und seine Mitstreiter „würdigten“ mit der Verleihung bei der Rotssuppe seine Stellung, sich im Gegensatz zu den sozialdemokratischen Ortsvorstehern für eine Überprüfung von Ortsverwaltungen zu positionieren.

Schleimig wie Schnecke

„So kommt diese Anklageschrift flatterhaft wie ein Güggel, aufgeblasen wie ein Frosch und schleimig wie eine Schnecke daher“, ordnete der mit dem Schmäh-Orden Gewürdigte die Dinge auf seine ganz besondere Art ein. Aufs Korn nahm er dabei nicht nur die Narrenzunft, die sich für eine unglaubliche Missachtung der Minderheitsrechte der Apostrophen nicht öffentlich entschuldigt hat, sondern ganz besonders auch die Protektoren – also die drei Ortsvorsteher.

Der Aussage, den Hauinger Bürgern, vor allem den älteren, sei ein Gang ins Lörracher Rathaus nicht zuzumuten, versetzte er einen Hieb, da dies ja Rückschlüsse auf deren Gesundheitszustand zulasse. „Denn die fitten Alten aus Tüllingen und dem Salzert schaffen das allemal. Vom Tüllinger herab musste jetzt sogar die Geschwindigkeit auf 30 reduziert werden, um die Rollatorenraser auszubremsen.“

Zu den Ortsverwaltungen

Der Haagener Ortsvorsteher sei schon Schlossherr, residiere nur zur Tarnung im Rathaus; Silke Herzog tage schon ganz unverfroren im Schlössle und Günter Schlecht gehe es nicht um eine Sanierung des zugigen Rathauses, sondern ein Klein-Versailles müsse es schon sein. Die Verteidigungsrede mündete in der Aussage „Merks-wohl! Nach fünzig Johr, so will ich wette, Ortsverwaltungen nirgends oder au in Stette!“

Klar, dass diese Äußerungen nicht unkommentiert von den drei Protektoren stehen gelassen wurden, wobei besonders der Hauinger Ortsvorsteher die Grünen und ihren Vorschlag der Abschaffung von Ortsverwaltungen aufgriff.

Wagner überzeugt

Dass die Rotssuppe wegen des laufenden Umbaus dieses Mal nicht im Lasser-Saal stattfinden konnte und in der Alten Halle Haagen realisiert wurde, sorgte zwar für weniger Gemütlichkeit. Dafür konnten sich so einige Beiträge wirklich sehen lassen. Besonders tat sich hier Zunftmeister Thomas Wagner hervor, der zu „Die Liebe zur Weisheit“ einige Verse in tiefsinniger und spaßiger Form vorbrachte. „Wenn schwimme schlank macht, was mache Blauwale falsch“, fragte er. Und: „Wieso muess ich denn bi de Wahrsagerin ä Tärmin mache.“ Er riet daher, offen zu bleiben für die großen Fragen dieser Welt.

Norman Meier, der zum Zunftmeister ernannt wurde, schilderte in Versen seine Hochzeitsvorbereitungen, bei Karl-Heinz Sterzel ging es um einen Besuch beim Doktor und um das Impfen. Er warnte vor dem russischen Impfstoff Sputnik 5, den Sigis Frau bekommen hat. Das Ergebnis: „Im Schlofzimmer hängt jetzt ä Poster vom Putin, sie sufft jede Dag zwei Fläsche Wodka, und de Sigi mueß jede Dag mit ihre Kasatchok danze.“

Der OB und die Tram

Philipp Buser widmete sich den Geburtsvorbereitungen und OB Jörg Lutz brachte die Tram-Vision näher, das Schienenfahrzeug könne direkt das marode Rathaus ersetzen. Die Mitarbeiter aus dem grünen Rathaus müssten sich dann bei den Trams noch nicht einmal an eine andere Farbe gewöhnen.

Die Alt-Oberbürgermeisterin, Gudrun Heute-Bluhm, positionierte sich zudem in der Art, dass die Narrenzunft-Spitze rein männlich bleiben kann und sie gegen das Gendersternchen ist – womit ein Thema vom Zunftabend zum Abschluss der diesjährigen Fasnacht Widerhall fand. „Gännt Gas“ hieß es 2023. Und richtig Fahrt aufgenommen haben die Narren nach der Corona-Pause.

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