Lörrach Nellie wirtschaftet für Gemeinwohl

Das Nellie Nashorn möchte einen Beitrag zu den großen gesellschaftlichen Fragen wie Umwelt- und Artenschutz, Partizipation und gesellschaftlicher Zusammenhalt zu leisten. Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Die Kulturvilla Nellie Nashorn bilanziert ihren Beitrag zum Gemeinwohl und hat ihren Gemeinwohl-Bericht durch einen externen Auditor testieren lassen. Sie legt damit Finanzströme, Leistungen und Engagement transparent dar.

Die Initiative Gemeinwohl-Ökonomie ruft dazu auf, dass wirtschaftliche Tätigkeit wieder mehr dem Gemeinwohl dient – als Mittel dazu gilt die Durchführung einer Gemeinwohl-Bilanz, die der üblichen Geschäftsbilanz an die Seite gestellt wird.

„Die Erstellung der Gemeinwohl-Bilanz gab mir die Möglichkeit, die Arbeit des Hauses aus einer anderen, neuen Perspektive zu betrachten und daraus Ideen für die Weiterentwicklung abzuleiten“, beschreibt Patrick Dengl, Geschäftsführer der Nellie Nashorn Soziokultur gGmbH, die Motivation, als erstes Mehr-Personen-Unternehmen in Lörrach und wohl als erstes soziokulturelles Zentrum überhaupt eine Gemeinwohl-Bilanz zu erstellen.

Dabei wurde in mehreren Gesprächen mit einem Gemeinwohl-Berater insbesondere das Verhalten des Unternehmens hinsichtlich der Wertedimensionen Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitentscheidung ermittelt und bewertet.

Die Ergebnisse sind in einem 50-seitigen Bericht dokumentiert, der – so eine der Forderungen der Gemeinwohl-Ökonomie – für alle einsehbar von der Kulturvilla Nellie Nashorn zur Verfügung gestellt wird.

Nach Bewertung durch einen externen Auditor wurde im November 2019 das Testat verliehen. Dabei geht es schlussendlich nicht um die Höhe der erreichten Punktzahl (408 von 1000), sondern dass man sich unternehmerisch auf den Weg macht, einen Beitrag zu den großen gesellschaftlichen Fragen wie Umwelt- und Artenschutz, Partizipation und gesellschaftlicher Zusammenhalt zu leisten.

„Unser soziokulturelles Zentrum fördert Zivilgesellschaft und ist als gemeinnützig anerkannt, daher dient es ja per Definition dem Gemeinwohl. Zugleich ist es ein Betrieb wie jeder andere auch, der Verantwortung übernimmt und Mittel sinnvoll einsetzen soll und kann. Dabei kann er auch entlang seiner Wertschöpfungskette wirksam werden“, meint Philipp Bachmann, Vorsitzender des Vereins „Freunde des Nellie Nashorn“.

Die Bewegung der Gemeinwohl-Ökonomie wächst seit ihrer Gründung 2010 stetig und ist mittlerweile in über 30 Ländern auf fast allen Kontinenten aktiv. Das Verfahren zur Erstellung und Auditierung von Gemeinwohl-Bilanzen wird seit Jahren angewendet und kontinuierlich weiterentwickelt. Bisher haben über 500 Unternehmen ihre Bilanz erstellt, darunter der Sportartikelhersteller Vaude und die Sparda-Bank München. Zudem wurden für Privatpersonen, Gemeinden und Regionen eigene Bilanztypen entwickelt.

Ein Teil der Kosten für Auditierung und Mitgliedschaft im Gemeinwohl-Verein wurde durch das „WandelBudget“ von „fairNETZt“ und der Schöpflin Stiftung übernommen.  

Info: Alle interessierten Unternehmer und Bürger können sich am 6. Februar, 19.30 Uhr, im Nellie Nashorn bei Experten der Gemeinwohl-Ökonomie informieren, wie sie ihre Gemeinwohl-Bilanz erstellen können.

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