Lörrach Neue Optionen für eine Campus-Entlastung?

Das Hans-Thoma-Gymnasium benötigt dringend mehr Räume. Foto: Kristoff Meller

Lörrach - In der kommunalen Schulentwicklungsplanung werden offenbar neue Optionen für eine Entlastung des Campus Rosenfels diskutiert. Wie Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic gestern auf Nachfrage erläuterte, wird im Zusammenhang mit der vergleichsweise kurzfristigen Schaffung neuer Schulräume nicht ausschließlich über einen vom Büro „Wilhelm und Hovenbitzer“ konzipierten Stelzenbau beim Hans-Thoma-Gymnasium nachgedacht, sondern auch über zwei weitere Flächen, die sie zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht benennen wollte. Hierfür sei es noch zu früh.

Beim Mediengespräch über die zahlreichen von der Stadt in den Sommerferien umgesetzten Baumaßnahmen, betonte die Bürgermeisterin die Bedeutung der Arbeiten an kommunalen Schulen. Der Sanierungsstau habe sich über Jahrzehnte aufgebaut und werde bei den Investitionen der Verwaltung in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen.

Hintergrund der Debatte über mögliche Nutzungsvarianten freier Flächen im Campus-Quartier ist der in Teilen schleppende Fortgang der im Jahr 2016 beschlossenen Schulentwicklungsplanung. Während sich der Ausbau der Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsschule auf gutem Weg befindet, ist das notwendige dritte Gymnasium noch nicht in Sicht.

Die Fraktionen von Grünen, CDU und SPD hatten deshalb Anfang Juli einen gemeinsamen Antrag zur baulichen Weiterentwicklung der Lörracher Schullandschaft gestellt. Im Antrag enthalten war auch die Bitte um Informationen zu besagtem Stelzenbau.

Aus ihrer Sicht sei diese Variante aber eher nicht zu favorisieren, sagte Neuhöfer-Avdic. Die aktuellen Überlegungen bedeuteten im Übrigen keineswegs, dass die Stadt auf das dritte Gymnasium verzichten wolle, betonte sie.

Indes weisen der unsichere Zeithorizont für dessen Bau und die offenbar andauernden Gespräche über zeitnahe Erweiterungsmöglichkeiten auf dem Campus zumindest darauf hin, dass die Kommune diese Karte ziehen könnte.

Insbesondere das HTG leidet seit Jahren unter massiver Raumnot. Zudem könnten neue Räumlichkeiten auf dem Campus Rosenfels im Grundsatz auch von der Theodor-Heuss-Realschule (THR) genutzt werden, sagte die Bürgermeisterin. Sicher sei, so Neuhöfer-Avdic, dass der benachbarte Rosenfelspark in diesem Zusammenhang nicht angetastet werde.

Auf dem Campus wird im HTG derzeit der zweite bauliche Rettungsweg hergestellt. Wie berichtet, wurden zunächst in die Decken unter dem Rettungsweg Karbonfasern zur Stabilisierung eingeklebt. Verwaltungsangestellte und Lehrer hätten allerdings nach dem Bezug der Räume zum Schuljahresbeginn sehr unangenehme Gerüche wahrgenommen: eine durch Klebstoffausdünstungen verursachte Xylol-Belastung, wie die schließlich von der Stadt in Auftrag gegebene Raumluftmessung ergeben habe. Die Folge: Die Zimmer wurden fortan nicht mehr genutzt.

Nach mehreren Raumluftmessungen wurde letztlich der Rückbau beschlossen. Die Stabilität des Rettungsweges werde nun durch andere Sicherungsmaßnahmen gewährleistet, versicherte Neuhöfer-Avdic.

Wie die Stadt bereits im Februar informierte, werde sie „gegenüber den ausführenden Firmen juristische Schritte wegen möglicher Schadensersatzansprüche“ beschreiten.

In der Theodor-Heuss-Realschule startet in den Ferien der erste Bauabschnitt für die Schulhofgestaltung. Die Kosten betragen rund 250 000 Euro. Die undichte Stelle im Dach wurde repariert. Im Hebel-Gymnasium wird für eine Summe in Höhe von 270 000 Euro der Fachraum Biologie saniert.

Über die weiteren Schulen berichten wir noch, darunter die Eichendorffschule, wo neben der Sanierung von Sanitärräumen und Umkleiden die Behebung und künftige Verhinderung von Wasserschäden an der Sporthalle auf der Agenda steht. Auch in diesem Zusammenhang beschäftige sich die Rechtsabteilung der Verwaltung mit Regressforderungen.

Der Countdown läuft! Jetzt bis zum Jahresende gratis lesen. Schnell HIER anfordern.

  • Bewertung
    4

Umfrage

Alexej Nawalny

Der Fall Nawalny bringt die Bundesregierung in Zugzwang, sollte Moskau bei der Aufklärung weiterhin mauern. Ist eine Neuausrichtung der deutschen Russland-Politik jetzt unvermeidbar?

Ergebnis anzeigen
loading