Lörrach Nix wie raus?

Ein Jahr lang in Australien oder Kanada leben? Perfekt Englisch lernen? Selbständig werden? Das ist ein Traum, den sich Schüler – oft motiviert von ihren Eltern – zunehmend erfüllen möchten. Über Möglichkeiten zum Auslandsaufenthalt informieren können sich Interessierte am 23. März im Alten Wasserwerk, wo erstmals die Messe „Insiderfair“ stattfindet.

Lörrach. Der Besuch der gewerblichen Messe ist kostenfrei. Vertreter der Austausch-Schulen sind ebenso anwesend wie Schüler, die aus eigener Erfahrung berichten. Es liegen Flyer und Info-Blätter aus, Fotos zeigen die Situation vor Ort. Die Beratung ist unverbindlich, es werden keine Verträge abgeschlossen.

Dass die europaweit auftretende und werbende Messe erstmals in die Regio kommt, ist der Initiative von Christine Lehr zu verdanken. Sie hat selbst zwei Kinder, die einen Auslandsaufenthalt absolvieren und organisiert neben weiteren Mitarbeitern den Schüleraustausch für „Southern Cross“. Die Organisation mit Sitz in Mannheim ist ebenso auf der Messe in Lörrach vertreten wie DFSR.

An im Raum verteilten Tischen werden extra angereiste Schuldirektoren von 15 bis 20 verschiedenen Schulen und Berater zur Verfügung stehen, die direkt in Englisch befragt werden können: über das dortige Schulsystem, die Auswahl der Gastfamilie oder das Internat und über die Besonderheiten der einzelnen Schulen, die vom Angebot des Reitunterrichts bis zu Eishockey-Kursen liegen können. Informiert wird über Auslandsaufenthalte in Australien, Neuseeland, Kanada und den USA für 13 bis 18-Jährige, deren Dauer zwischen einigen Wochen und zwei Jahren liegen kann. England ist nicht im Angebot.

„Die meisten Schüler gehen zwischen der 9. und 11. Klasse ins Ausland. Dabei liegt meiner Erfahrung nach rund 60 Prozent der Motivation bei den Eltern“, weiß Christine Lehr. Die erhoffen sich meist bessere Berufschancen für ihren Nachwuchs. „Dabei ist es übrigens egal, welche Schule das Kind besucht und welche Noten es hat.“

Nicht egal ist hingegen der finanzielle Spielraum der Eltern. Denn ein Auslandsaufenthalt ist teuer, gibt auch Christine Lehr zu. „Das liegt bei ’Southern Cross“ zwischen 17 000 und 24 000 Euro für ein Jahr – alles inklusive: Visum, Flug, Essen, Betreuung, Schulgeld.“ Es gebe natürlich auch günstigere Organisationen, zum Beispiel über DFSR, die auch an der Messe vertreten sind. Außerdem verweist sie auf die Möglichkeiten von Bafög-Anträgen oder Stipendien von Schulen und Stiftungen.

Dennoch ist klar: Für viele Familien bleibt ein solcher Auslandsaufenthalt nicht finanzierbar. „In der 10. Klasse meiner Tochter waren es vier von 23 Kindern, die ins Ausland gegangen sind“, so Lehr.

Abgesehen vom Geld, sei ein solcher Aufenthalt keineswegs immer leicht zu stemmen. „Da gibt es schon auch Tränen – auf beiden Seiten. Und irgendwann bekommt fast jeder Schüler mal Heimweh.“ Eltern müssten das Loslassen lernen, die Kinder Selbstständigkeit. „Die entwickeln sich dabei aber enorm weiter. Neben dem Spracherwerb begreifen sie, dass es auch andere Arten des Zusammenlebens gibt. Sie lernen über den eigenen Tellerrand zu schauen.“ Sich durchbeißen, Unangenehmes auch mal selber regeln: „Meine Tochter ist durch den Auslandsaufenthalt enorm stark geworden“, freut sich Lehr.

Weil ihrer Meinung nach alle Seiten von solchen Erfahrungen profitieren, will sie für die Messe werben. Sie wendet sich an hiesige Schulen, verteilt Flyer und hofft auf eine große Resonanz. Denn: „Ich kenne niemanden, der einen solchen Schritt bereut hat.“  „Insiderfair“, Messe über Schüler-Auslandsaufenthalte in Kanada, den USA, Neuseeland und Australien: Donnerstag, 23. März, 17.30 bis 21 Uhr, Altes Wasserwerk Lörrach, Eintritt frei

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