Lörrach Noch gibt es Hoffnung

Ob das Strooßefescht wie in den vergangenen Jahren stattfinden kann, ist eher fraglich. Foto: Die Oberbadische

Lörrach - Viele große regionale Feste im Sommer und im Herbst sind aufgrund der anhaltenden Corona-Krise bereits abgesagt – so auch das Schlossgrabenfest in Brombach. Die Organisatoren des Lörracher Strooßefescht in Alt-Stetten warten hingegen noch ab.

„Wir stehen in Kontakt mit der Stadt Lörrach und werden bis 15. Juni abwarten mit der Entscheidung, ob das Strooßefescht Anfang September stattfinden kann oder nicht.“ Das sagte Kai Fiacsan, der Vorsitzende des Strooßefescht-Vereins, am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung.

Eine der größten Veranstaltungen dieser Art in der Region

Das Strooßefescht entlang der Straßen und Gassen von Alt-Stetten gehört zu den größten Veranstaltungen dieser Art in der Region. An den beiden Festtagen tummeln sich in der Regel mehr als 10 000 Gäste an den Ständen und in den Buden der teilnehmenden Vereine. Im vergangenen Jahr bewirteten 35 Vereine und Organisationen laut Fiacsan die Gäste.

Der Fest-Termin wäre diesmal das Wochenende 5. und 6. September. Absagen von Vereinen liegen den Organisatoren bisher noch keine vor. Deshalb geht Fiacsan davon aus, dass auch in diesem Jahr ähnlich viele Vereine interessiert sind und mit von der Partie wären. Aus guten Grund, wie Fiacsan, selbst in Vereinen aktiv, weiß: „Sie sind auf diese Einnahmen angewiesen, um ihre weiteren Aktivitäten finanziell stemmen zu können – zum Beispiel in der nächsten Fasnacht.“

Falls Fiacsan und seine Mitstreiter im Organisationskomitee von der Stadt nach dem Erlass einer neuen Landesverordnung zu Großveranstaltungen grünes Licht erhalten sollten, wäre die Organisation des Strooßefescht in der verbleibenden Zeit kein Problem: „Dafür haben wir genügend Routine.“ Auch die teilnehmenden Vereine sieht Fiacsan in diesem Fall zumeist gut aufgestellt. Letztlich aber müsse jeder seine eigene Entscheidung treffen.

Voraussetzung: Fast-Normalbetrieb

Für die Organisatoren ist laut Fiacsan aber klar: „Wichtig ist, dass das Strooßefescht im Fast-Normalbetrieb ablaufen kann. Weitere Auflagen sind für uns nicht umsetzbar. Auch die Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern, wie jetzt in der Gastronomie, kann man vergessen.“

Das gelte auch bei der Festsetzung einer maximalen Teilnehmerzahl, denn dann müsste das gesamte Gelände abgesperrt und Personen gezählt werden.“ Eine Ausweitung des Festgeländes, um eine Entzerrung der Besucherströme zu gewährleisten, ist für Fiacsan ebenfalls keine realistische Alternative.

Nach Rücksprache mit der Stadt Mitte Juni wollen Fiacsan und seine Mitstreiter sich am 18. oder 19. Juni zu einer Vorstandssitzung treffen und anschließend eine endgültige Entscheidung treffen.

Schlossgrabenfest schon abgesagt

Diese haben die Organisatoren des Schlossgrabenfestes in Brombach bereits getroffen und das zweitägige Fest für dieses Jahr abgesagt (wir berichteten).

Den Ausschlag gaben laut Stephan Ziegler, Vorsitzender IG Schlossgrabenfest Brombach, mehrere Aspekte. So wären, sofern die Veranstaltung überhaupt genehmigt würde, zahlreiche Auflagen wie das Aufstellen von Desinfektionsspendern, Mindestabstand, begrenzte Besucherzahl und Vorlage eines Hygienekonzepts nötig.

Zudem können sich die Organisatoren laut Ziegler „nur schwer vorstellen, dass man sich im Herbst wieder dicht gedrängt in den Zelten und am Fest aufhalten wird“. Somit wäre das Fest geringer besucht und der notwendige Umsatz fehle.

Auch die Neigung von heimischen Unternehmen, die ebenfalls mit der Bewältigung der Folgen der Corona-Krise zu kämpfen hätten, das Fest finanziell zu unterstützen, werden als gering eingeschätzt. Selbst das Interesse am Losverkauf der Tombola dürfte nach Einschätzung der Organisatoren „nicht so hoch ausfallen“. Ziegler beschließt seine Mitteilung mit den hoffnungsvollen Worten: „Somit wird das 47. Schlossgrabenfest erst am 18. und 19 September 2021 stattfinden.“

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