Lörrach Noch viele Hürden bis zur Inklusion

Das Bild zeigt vorne (v.l.): Michael Eisele, Dieter Engler, Karin de Ambros und Matthias Kupka haben am Sommerferienprogramm teilgenommen und zeigen ihre Kunstwerke. Hinten (v.l.): Geschäftsführerin Doris Meyer und die Leiterin der Offenen Hilfen Anette Ritter-Schreitmüller. Foto: Regine Ounas-Kräusel Foto: Die Oberbadische

Bei Leben und Wohnen, der Einrichtung für behinderte Menschen in Tumringen, ging am Freitag das zweiwöchige Ferienprogramm für Jugendliche und Erwachsene zu Ende. Die Teilnehmer machten Ausflüge, malten, kochten und nahmen andere Kreativangebote wahr. Am Freitag feierten sie mit ihren Angehörigen und allen, die zum Gelingen beigetragen hatten, ein Abschlussfest. Im Garten des Wohnheims wurde gegrillt, dazu sorgte das Duo „Tina und Jo“ für Musik.

Von Regine Ounas-Kräusel

Lörrach. Jeweils rund 20 Frauen und Männer nahmen in der ersten und der zweiten Woche am Ferienprogramm teil. Obwohl man das Angebot für Menschen mit und ohne Behinderung ausgeschrieben habe, hätten sich ausschließlich Menschen mit Handicap aus dem Landkreis angemeldet, berichtete Geschäftsführerin Doris Meyer. Dies zeige, wie viele Hürden bis zur Inklusion noch zu überwinden seien.

Doch alle, die dabei waren, genossen erlebnisreiche Tage. Morgens um neun Uhr frühstückten sie gemeinsam. Die Gruppe „Aktiv-Spaß“ unternahm Ausflüge in den Grütt- und den Rosenfelspark, ins Freibad und zum Eisessen in der Stadt. Auch größere Touren, etwa zur Kälbelescheuer im Münstertal, gab es. Da immer auch Rollstuhlfahrer dabei waren, war Barrierefreiheit wichtig. Leider gebe es in Lörrach nur wenige barrierefreie Cafés, bedauerten Doris Meyer und die Leiterin der Offenen Hilfen Anette Ritter-Schreitmüller. Sie lobten die Niederflurbusse und die S-Bahnen, in denen Menschen im Rollstuhl mitfahren können. Dennoch erreiche man viele tolle Ziele wie die Burg Rötteln nur mit dem eigenen Sprinter, in den höchstens drei Menschen mit Rollstuhl passten.

Die bunten Kunstwerke, die die Gruppe Kreativspaß geschaffen hatte, lehnten beim Abschlussfest zum Anschauen an der Gartenhecke. Eigentlich sei er ja „Kunstbanause“, meinte Matthias Kupka humorvoll. Doch beim Ferienprogramm machte ihm das kreative Schaffen offensichtlich Spaß. Er gestaltete eine bunte praktische Pinnwand. Schrauben, Muscheln, Korken und andere Fundstücke klebte er auf einer Platte zu einem großen, weißen Herz zusammen. Außerdem malte er mit Schablonen und großzügig aufgetragenen Farben ein fantasievolles „Indisches Bild“.

Auch Michael Eisele hatte ein Herz gestaltet und wollte es seinem Bruder zur Hochzeit schenken. In der Gruppe „Sommerspaß Intensiv“ erhielten mehrfachbehinderte Menschen eine liebevolle Eins-zu-Eins-Betreuung. Auch sie waren kreativ, kochten, sangen und musizierten und nahmen an Ausflügen teil.

Jeden Tag begleiteten neben den Fachkräften auch zwölf bis 15 ehrenamtliche Freizeitassistenten die Teilnehmer. Auf diese Weise fand dann doch Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderung statt.

Die Einrichtung „Leben und Wohnen“ schult interessierte Jugendliche ab 15 oder 16 Jahren und auch Erwachsene in einem 30-stündigen Kurs als Freizeitassistenten. Sie begleiten die Menschen mit Handicap dann bei den Freizeitangeboten der Offenen Hilfen.

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