Lörrach Öffnung der „Zollfreien“ für Radpendler gefordert

Derzeit wird geprüft, ob Radfahrer über die „Zollfreie“ durch den Wiesetunnel fahren dürfen, um Umwege auf dem Weg zwischen Lörrach und Weil am Rhein zu vermeiden. Foto: Kristoff Meller (Archiv)

Lörrach - In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Jörg Lutz äußert sich die IG Velo-Ortsgruppe Lörrach zur Debatte über die Nutzung der Zollfreien Straße für radfahrende Berufspendler.

Ob künftig Velofahrer über die Zollfreie Straße durch den Wiesetunnel fahren dürfen, um große Umwege auf dem Weg zwischen Lörrach und Weil am Rhein zu vermeiden, wird derzeit in Freiburg geprüft. Unsere Zeitung hatte in der Ausgabe vom 20. März auf der Lokalseite „Weil am Rhein“ über die öffentliche Diskussion über das Thema berichtet.

„Eine Anfrage beim Regierungspräsidium zu einer Abweichung von der bisherigen Nutzungsregelung des Zollfreie-Tunnels, die Erster Bürgermeister Christoph Huber eingeleitet hat, läuft momentan“, teilte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz in diesem Zusammenhang mit. Die Zustimmung der Behörde sei „zwingend“ erforderlich, weil es sich um eine Bundesstraße handle – „selbst wenn sich beide Städte einig sind“, schrieb Dietz.

Zuvor hatte die Weiler Stadtspitze im Gemeinderat erklärt, dass die Durchfahrt des Tunnels mit dem Velo nicht erlaubt ist. Der Kommentar des Weiler Oberbürgermeisters „Bequem durch die Krise geht nicht“, kam bei Lesern unserer Zeitung nicht gut an und löste Gegenreaktionen aus.

Nun betonen Toni Latsch-Gulde, Stephan Hundertmark und Gerd Wernthaler als Sprecher der Lörracher IG Velo gegenüber Jörg Lutz (in Auszügen): „Die Region hat sich auf die Einschränkungen durch die Corona-Krise mittlerweile so gut als möglich eingestellt. Nach wie vor gibt es viele Bürger, die aus beruflichen Gründen unterwegs sein müssen. Der ÖPNV stellt bei diesen Wegen das Verkehrsmittel mit der höchsten Ansteckungsgefahr dar. Auch wenn der motorisierte Individualverkehr in der Krise spürbar zurückgegangen ist, stellt dieser nach wie vor eine große Ursache im Hinblick auf CO2 Ausstoß und Klimaveränderung dar. Nach wie vor ist es die klimapolitisch sinnvollste Lösung, den Weg zur Arbeit, wenn möglich, mit dem Rad zu bewältigen.

Die von Ihrem Weiler Kollegen Wolfgang Dietz getätigte Aussage, bequem durch die Krise gehe nicht, ist grundsätzlich richtig und wird von der IG Velo auch so gesehen. Radpendler, die täglich nach Weil oder weiter ins Markgräflerland bzw. in die umgekehrte Richtung müssen, im gleichen Atemzug aber auf die Routen über den Tüllinger oder die Lucke zu verweisen, ist jedoch zu kurz gegriffen.

Die Konsequenz dieser Haltung wird sein, dass die Radpendler sich gezwungen sehen, den bequemeren Weg durch die Krise – mit dem Auto zur Arbeit – einzuschlagen. Zwischenzeitlich hat in Weil am Rhein offensichtlich ein Prozess des Umdenkens begonnen und es wird nach Möglichkeiten Ausschau gehalten, wie und unter welchen Bedingungen die Zollfreie Straße doch als sinnvolle Verbindung auch für die vielen Radpendler genutzt werden kann, solange es keine talseitigen Alternativen während der Krise gibt. Wie der Zeitung zu entnehmen war, herrscht hier Einigkeit zwischen den Stadtverwaltungen in Weil und Lörrach. Ein Engagement auf Lörracher Seite hat die Öffentlichkeit bisher aber nicht wahrnehmen können.“

Der Appell der Lörracher Gruppe: „Die IG Velo fordert, offensiv auf die Öffnung der Zollfreien Straße für Radpendler hinzuarbeiten und eventuell abschlägige Bescheide seitens des Regierungspräsidiums nicht einfach hinzunehmen, sondern eine Lanze für den Radverkehr auch in Zeiten der Krise zu brechen. Dies wäre auch ein deutliches Zeichen, den Bekenntnissen zur Förderung des Radverkehrs auch Taten folgen zu lassen“

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