In der Landeshauptstadt gilt für die Fasnacht 2018 ein Konfettiverbot am Schlossplatz. Auch in einigen anderen Fasnachtshochburgen im Ländle sind die Papierschnipsel nicht erlaubt. In Lörrach wäre so ein Verbot hingegen undenkbar.

Von Kristoff Meller

Lörrach. „Bei manchen Umzügen wird extrem übertrieben – tonnenweise Schnipsel rumschmeißen muss nicht sein“, hat sich Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte am Montag gegenüber den Medien zum Verbot geäußert (wir berichteten im überregionalen Teil).

Diese Aussage kann Obergildenmeister Jörg Rosskopf so nicht stehen lassen: „Das Konfetti gehört  einfach zur  Lörracher Fasnacht dazu“, erklärte er gestern auf Anfrage. Die Narrengilde kämpfe seit Jahren dafür, dass der im Dreiländereck stark verbreitete Brauch (80 Prozent des in Deutschland verkauften Konfettis landet jedes Jahr im Landkreis Lörrach) erhalten bleibe. Bislang könne man sich dabei  glücklicherweise stets auf die Unterstützung der Stadtverwaltung verlassen, so  Rosskopf

Ein Verbot sei  „kein echtes Thema“ im  Rathaus, bestätigte gestern  Bürgermeister Michael Wilke im Gespräch mit unserer Zeitung. Gleichwohl sei das Konfetti „tatsächlich ein Problem“. Denn aus dem Kopfsteinpflaster und kleinen Lücken im Straßenbelag lasse es sich nur schwer entfernen – insbesondere bei nasser Witterung. „Deswegen versuchen unsere Werkhof-Mitarbeiter es so schnell wie möglich wieder zu beseitigen, damit es sich nicht festsetzt“, erklärt Wilke.

„Wenn es regnet, ist es eine Riesensauerei“, weiß auch Rosskopf. Die Gemeinde Grenzach-Wyhlen lasse  Konfetti aufgrund fehlender eigener Kehrmaschinen darum nur bei trockener Witterung beim Umzug zu, die Stadt Lörrach verfüge aber „glücklicherweise über die technischen Möglichkeiten zur Beseitigung“, so Rosskopf.

Sonderschichten nach dem Sonntagsumzug

Die meiste Arbeit wartet stets am Sonntagabend: Mit zwölf Mitarbeitern war der Werkhof 2017  fast bis Mitternacht im Einsatz, um die Spuren zu beseitigen. Dabei kam  neben den drei eigenen Kehrmaschinen auch ein Exemplar eines Dienstleisters zum Einsatz, das extra für die Sonderschicht angemietet wurde. Auch nach der Gugge-Explosion ist der Werkhof am Sonntag bereits ab 6 Uhr im Einsatz, ebenso nach dem Kinderumzug am Dienstag.

„Natürlich könnten wir Geld sparen, wenn wir auf das Konfetti verzichten“, sagte Wilke. Bislang werde seiner Schätzung nach ein „hoher vierstelliger Betrag“ für die Reinigung ausgegeben. „Das ist es uns als Stadt aber auch wert. Ohne das Konfetti wäre die Fasnacht nackt“, findet der Bürgermeister. Zumal eine Reinigung der Veranstaltungsflächen ohnehin notwendig wäre. Denn die Narren verteilen nicht nur Konfetti sondern auch jede Menge Süßkram und so manche Verpackung oder auch Getränkebecher landen nicht im Mülleimer sondern auf der Straße.

Gefährlich ist laut Wilke  die Kombination aus Glasbruch und Konfetti: Kinder heben gerne die Papierschnipsel auf und laufen dann Gefahr, in die Scherben zu greifen. Dieses Problem habe man aber durch die   2015 gestartete, gemeinsame  Initiative „Fasnachtsspaß ohne Glas“  von Stadtverwaltung, Polizei, Gastronomie, Handel und Narrengilde weitgehend in den Griff bekommen.

Für die bevorstehende Fasnacht haben die Cliquen der Narrengilde laut  Rosskopf übrigens über sechs Tonnen Konfetti in Italien bestellt, wo der Brauch ursprünglich herkommt: „Das Konfetti wird jedes Jahr extra für die Fasnacht produziert und wir geben dafür über 10 000 Euro aus.“
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