Lörrach Pandemie fordert DRK-Helfer

Peter Ade
Die Rettungsfahrzeuge des DRK sind mit modernstem medizinisch-technischem Gerät ausgestattet. Foto: Fotos: Peter Ade

Lörrach - Nach intensiver Vorbereitung hat der DRK-Ortsverein Lörrach & Ortsteile einen neuen Notfall-Krankentransportwagen (N-KTW) in Betrieb genommen. Den Sanitätern eröffnet das Fahrzeug die Möglichkeit, unter Anwendung von modernstem medizinisch-technischem Gerät lebensrettende Maßnahmen zu üben. Der Mercedes Sprinter steht zudem für Einsätze im Rettungsdienst zur Verfügung. Unterdessen sind die DRK-Helfer in der Corona-Pandemie weiter stark gefordert.

"Nun können unsere Einsatzkräfte bei Notfällen auf moderne Medizintechnik zurückgreifen“, heißt es in einer Mitteilung der Bereitschaftsleitung. Unter anderem stehen ein EKG-Gerät, ein Defibrillator, eine Absaugpumpe und ein Beatmungsgerät zur Verfügung. Neben den Geräten befindet sich im Patientenraum umfangreiches Material für die Versorgung von Verletzten und Erkrankten. Weitere Einsatzgeräte befinden sich in einem Sauerstoffrucksack und in einer speziellen Traumatasche.

Lehrgang zum Rettungssanitäter

Unabhängig davon absolvierten einige Helfer den Lehrgang zum Rettungssanitäter: „Dadurch konnten wir eine Gruppe aus Rettungs- und Notfallsanitätern bilden, die das Fahrzeug im Einsatzfall adäquat besetzen.“

Eingesetzt wird der N-KTW in der Notfallrettung sowie bei Engpässen des hauptamtlichen Rettungsdienstes. Sollte dessen Kapazität aufgrund vieler Notrufe an Grenzen kommen, können ehrenamtliche Kräfte das Auto innerhalb weniger Minuten besetzen und ausrücken. Außerdem ist der N-KTW bei so genannten Großschadenslagen mit vielen Verletzten eingebunden, ebenso bei größeren Sanitätsdiensten.

Die Volksbank Dreiländereck hat den Autokauf mit einer Spende in Höhe von 3000 Euro unterstützt. Bei der Scheckübergabe lobte deren Geschäftsleitung den Einsatz der Helfer, die gerade in Zeiten der Pandemie stark gefordert sind.

Bis zu zehn Frauen und Männer hatten sich nach dem Start der Impf-Kampagne für die reibungslose und mit einiger Bürokratie verbundene Vorbereitung der Impfung von rund 500 alten und schwachen Mitbürger eingesetzt. Extern unterstützten die Helfer die Stadtverwaltung bei der Datenerfassung impfwilliger Bürger. Eigens für diese Aufgabe wurden vier mit Computern und Telefon ausgestattete Arbeitsplätze im DRK-Depot im Untergeschoss der Schlossberghalle in Haagen eingerichtet.

An dem zentralen Ort werden normalerweise die regelmäßigen Dienstabende und -besprechungen der Bereitschaft abgehalten. Ab Januar wurde der im vergangenen Jahr gründlich renovierte Raum als Callcenter überwiegend für schriftliche und elektronische Erfassungszwecke im Zusammenhang mit den Corona-Impfungen genutzt. Während einige Ortsvereine im Kreisgebiet Schnelltestaktionen für die Bevölkerung anboten, waren die Lörracher Sanitäter mit vielen Kräften vornehmlich im Hintergrund tätig.

Hilfe bei der Vermittlung von Impfterminen

Die jungen Frauen und Männer kümmerten sich als einziger Ortsverein im Landkreis um die Vermittlung von Impfterminen für bedürftige Personen, die von sich aus nicht in der Lage waren, Termine über eine Hotline oder das Internet zu buchen.

„Das Angebot war grundsätzlich für unser Einsatzgebiet in Lörrach bestimmt, es hat aber auch großen Anklang im Umland gefunden“, so Bereitschaftsleiter Kai Blankstein im Gespräch mit unserer Zeitung. Insgesamt vermittelte das DRK-Team über 500 Impftermine für Senioren.

„Um der Flut an Anfragen, die uns die Stadt Lörrach als zentrale Anlaufstelle übermittelte, gerecht zu werden, mussten wir in Spitzenzeiten wöchentlich an sechs Arbeitsplätzen aktiv werden. Die Leitungen liefen heiß“, so Blankstein.

Bei dem Service hat es sich laut Bereitschaftsleiterin Manuela Erdmann als Vorteil erwiesen, dass der Ortsverein im vergangenen Jahr in die Digitalisierung seiner Büros investiert hat. Auf Nachfrage, ob sich die Helfer nach der zeitraubenden Aktion ausruhten, lächelte Erdmann: „Wir sind zwar mit dieser großen Aufgabe fertig, haben aber noch einiges vor.“ Damit meinte sie nicht zuletzt die Inbetriebnahme des neuen N-KTW, der vor wenigen Tagen „einsatzklar“ gemacht wurde.

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