Lörrach Poller statt Kosmetik

Die Oberbadische, 12.07.2018 22:58 Uhr

Die Umgestaltung der Grabenstraße in eine Fußgängerzone ist noch längst nicht abgeschlossen. Das belegte ein Zwischenbericht, der gestern in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik (AUT) vorgelegt wurde.

Von Guido Neidinger

Lörrach. Ständige Beschwerden von Anwohnern, dass die Grabenstraße trotz entsprechender Verbote als Durchfahrtstraße missbraucht werde, führten dazu, dass der Gemeinderat handelte. Mitte 2016 wurde auf Antrag der SPD-Fraktion die Umwidmung der Grabenstraße und des Bereichs Senser Platz zur Fußgängerzone beschlossen. Aber erst Ende des vergangenen Jahres war es dann soweit.

Damit war dieses verkehrspolitische Kapitel aber nicht abgeschlossen. Immer noch gibt es Beschwerden. Diese wurden bei einem Stadtspaziergang mit anschließendem Workshop im März von Anwohnern erneut zum Ausdruck gebracht.

So wurde zum Beispiel gefordert, die Bushaltestelle zu verlegen, sodass der Bus nicht mehr durch die Grabenstraße fahren müsste. Das aber würde dem Stadtbusgutachten widersprechen. Dieses empfiehlt eine Führung des Linienbusses durch die Innenstadt ausdrücklich.

Auch Poller wurden und werden gefordert, weil immer noch zahlreiche Verkehrsteilnehmer unberechtigt durch die Grabenstraße fahren.

Alle Fraktionen waren sich gestern Abend einig, dass nur hochgefahrene Poller die wünschenswerte Ruhe in die Grabenstraße bringen. Matthias Koesler (FDP) brachte es auf den Punkt: „Kosmetische Maßnahmen nutzen nichts, ohne Poller geht es nicht.“

Doch auch weniger spektakuläre Aufwertungen werden gewünscht – zum Beispiel die Reduzierung der Haltebuchten für den Lieferverkehr, mehr Außengastronomie, Verlegung der Fahrradabstellanlage und die Erneuerung des Straßenbelags in einem Teilbereich.

Machbar sind noch in diesem Jahr kleinere Maßnahmen: Anpassung der Pflasterung im Bereich der Bushaltestelle Senser Platz, die Aufwertung der Möblierung, beispielsweise durch das Lackieren der Holzbänke, die Modernisierung der Haltestellen-Möblierung und die Erneuerung der Beleuchtung.

Damit im nächsten Jahr weitere Maßnahmen realisiert werden können, sollen im Haushalt 2019 Mittel in Höhe von 30 000 bis 40 000 Euro eingestellt werden.

Belist-Spielplatz bleibt Zankapfel

Der geplante Spielplatz im neuen Haagener Wohngebiet Belist bleibt weiterhin ein Zankapfel. Stein des Anstoßes: An der Finanzierung des dortigen neuen Spielplatzes sollen auch die Alt-Anwohner im Umkreis von 200 Metern beteiligt werden. Während die Stadtverwaltung hier angesichts der bestehenden Satzung keinen Ermessensspielraum sieht, stehen die Stadträte eher auf Seiten der Bürger, die sich benachteiligt fühlen (wir berichten noch).