Lörrach Potenzial Lörracher Künstler zeigen

Das Potenzial Bildender Künstler in Lörrach präsentieren – dieses Ziel verfolgt alljährlich die Nacht der offenen Ateliers. Deren zehnte Auflage findet am Samstag von 17 bis 23 Uhr statt. 23 Künstler in 16 Ateliers über das Innenstadtgebiet verstreut machen mit. Initiator Christoph Geisel will das Kunstevent indes künftig vor allem aus Zeitgründen in andere Hände übergeben.

Von Gabriele Hauger

Lörrach. Zum Zehnjährigen glänzt der wertig gedruckte Flyer und macht Lust auf Kunstentdeckungen. „Diesmal haben sich so viele Künstler wie noch nie angemeldet“, freut sich Geisel, der selbst wieder mit dabei ist. Vor zehn Jahren rief er gemeinsam mit dem inzwischen verzogenen Künstlerkollegen Reiner Packeiser die Nacht ins Leben. Philosophie der Veranstaltung: „Wir möchten zeigen, welch tolle Bildende Künstler es – teilweise im Verborgenen – in unserer Stadt gibt.“ Wichtig ist ihm dabei, dass keine steife Galerie-Situation herrscht, sondern ungezwungener Werkstatt-Charakter. „So entstehen spannende Dialoge.“ Die Besucher stellten Fragen, ohne Scheu, dass diese zu banal sein könnten, erklärt Geisel.

Zwischen Schwarzwaldstraße und Stettener Bahnhof – also alles noch fußläufig erreichbar – öffnen sich die Türen zur Kunst. Neben vielen Bekannten, sind auch einige neue Künstler mit dabei. Gezeigt werden Malerei, Fotografie, Bildhauerei sowie eine Videoprojektion.

Christoph Geisel hat der diesjährigen Ateliernacht den Titel „Rückblick – Rückbesinnung – Besinnung“ gegeben. Auf dem zur Orientierung bestens gelungenen Flyer präsentieren sich die Beteiligten wie gewohnt mit einem Werk und einigen Zeilen: Gedanken, Zitaten, Emotionen. So schreibt beispielsweise Sylvia Jaks: „Zeit zur Reflexion, zum Innehalten, um zu ermessen wie die Zukunft zu gestalten ist. In allen Bereichen des Lebens.“ Oder Ellen Mosbacher: „Rückblick bedeutet abwägen und neu anpassen, aber auch Dankbarkeit für alles, was bisher gut lief.“ Die jeweiligen Zeilen können helfen, das dazugestellte Kunstwerk lesen zu können, sagt Geisel. Erfahrungsgemäß dienten diese Statements plus Werkbeispiele der Anregung für Kunstinteressierte.

Die Begeisterung für Bildende Kunst könne man nicht früh genug wecken, so Geisels Plädoyer, der sich sehr über junge Besucher bei der Nacht der offenen Ateliers freut. Denn eine frühe Wertschätzung für künstlerisches Schaffen sei wünschenswert.

Wertschätzung für Bildende Kunst fehlt

Eine solche Wertschätzung fehlt ihm indes von städtischer Seite. Die Bildende Kunst laufe in Lörrach unter ferner Liefen. „Mir fehlt vor allem die inhaltliche Unterstützung.“ Um Geld allein geht es ihm dabei nicht. „Auf Vorschläge an die Stadt meinerseits habe ich leider nie eine Antwort bekommen.“

Für die Übernahme der Organisation der Nacht der offenen Ateliers haben sich einige Interessierte gemeldet. Geisel ist also zuversichtlich, dass dieses ambitionierte Kulturangebot eine Zukunft hat.   10. Nacht der offenen Ateliers: am kommenden Samstag, 18. September, 17 bis 23 Uhr; Flyer liegen im Alt Stazione und in der Tourist-Info aus.

Für Besucher gilt die 3 G-Regel; nach einmaliger Überprüfung erhalten Besucher ein Bändel, das eine weitere Überprüfung erspart. Eine Registrierung ist jeweils nötig, entweder via Luca App oder schriftlich.

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