Lörrach Prägende Spuren hinterlassen

Die Oberbadische, 11.10.2017 17:35 Uhr

Das Lörracher Architekturbüro Wilhelm und Hovenbitzer feierte gestern in seinen Räumen an der Bergstraße das 50-jährige Bestehen. Nicht nur in Lörrach, sondern regional und überregional haben Fritz und Barbara Wilhelm sowie deren Partner bemerkenswerte architektonische Spuren hinterlassen. Eine Rückschau ist dafür Beleg.

Lörrach (ndg). Im Jahr 1967 zogen die jungen Architekten Fritz und Barbara Wilhelm von Stuttgart nach Lörrach, um die Hauptgeschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer in Schopfheim zu bauen. Den Wettbewerb hatte Fritz Wilhelm mit Dieter Faller gewonnen. Viele Wettbewerbserfolge folgten, zum Beispiel Schulbauten und Sporthallen in Bruchsal, Neuenburg und Steinen. Das Thermalbad in Bad Bellingen, das Rathaus in Küssaberg und der denkmalgerechte Wiederaufbau des Kollegs in St. Blasien – stets nach gewonnenen Wettbewerben. Ehrungen Zahlreich waren die Ehrungen, die Fritz und seine Frau Barbara erhielten. Darunter waren der Deubau-Preis der Stadt Essen und der große Hugo-Häring-Preis sowohl für das Zementwerk in Geisingen als auch für das Fa-brikgebäude der Firma Raymond in Weil am Rhein. Zudem erhielten sie die Goldmedaille des Bundesminis-teriums für Städtebau. Architektonische Akzente In Lörrach baute das Büro unter anderem die Wohnanlagen Wölblin an der Wiese und die Stadionanlage in der Nordstadt, das Landratsamt und die Sparkasse. Weitere architektonische Akzente setzten sie mit dem Neubau des Parkschwimmbades, mit der ehemaligen Landeszentralbank an der Luisenstraße und dem Ergo-Bau am, Neuen Markt. Ein Höhepunkt war der Bau des Agrobioforschungszentrums der Syngenta in Stein/Aargau von 1996 bis 1998. Professur erhalten Fritz Wilhelm war von 1978 bis 2003 Professor für Baugestaltung an Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) in Konstanz. Von 1992 bis 1996 war er Landesvorsitzender des Bundes deutscher Architekten (BDA) in Stuttgart.

Barbara Wilhelm übernahm gleichzeitig den Kreisgruppen-Vorsitz des BDA Hochrhein. Viele Jurytätigkeiten bei Architektenwettbewerben, Vorträge und Publikationen begleiten die Arbeit des Ehepaars bis heute. Hovenbitzer wird Partner Im Jahr 2001 kam Architekt Frank Hovenbitzer in das Büro. Er wurde im Jahr 2007 Partner. 2008 trat mit Uta Wilhelm-Schulthess als weitere Partnerin die Tochter von Fritz und Barbara Wilhelm in das Büro ein, die leider im Jahr 2012 verstarb. Architektonisch kreativ Das Büro Wilhelm und Hovenbitzer baute für den Pharmakonzert Novartis ein großes Laborgebäude in Basel. Das Innocel (Denkmalschutzpreis) auf dem KBC-Gelände wurde 2002 und der Bau des Spitals in Liestal 2005 fertiggestellt.

Eine Fülle von weiteren prägenden Gebäuden entstand in der Region, darunter die neue Synagoge in Lörrach. Jüngstes Beispiel für die architektonische Kreativität ist das Hochhaus „Weitblick“ an der Zollfreien in Stetten. Dieses entstand zusammen mit Architekt Jürgen Moser, einem Schüler von Fritz Wilhelm. Zum 50-jährigen Bestehen des Architekturbüros ist eine Broschüre mit den wesentlichen Bauten der Architekten erschienen. Ständige Erneuerung Frank Hovenbitzer übernimmt, zusammen mit Chefbauleiter Heinzpeter Kohlhaas, mehr und mehr die operative Arbeit. Das große Anliegen des Büros ist stets die präzise und kostenbewusste Planung und Durchführung, die ästhetische Gestaltung kleiner und großer Aufgaben und eine wohnliche und lebenswerte Stadt.

Das Büro Wilhelm und Partner hat sich in den vergangenen 50 Jahren immer wieder erneuert. Es plant mit Erfahrung, gepaart mit frischer Energie neue innovative Bauten. So ist aktuell in diesem Jahr ein fünfgeschossiges Passiv-Holzhaus in der Lörracher Nordstadt für die Wohnbaugesellschaft realisiert worden. Es handelt sich um das einzige seiner Art in Südbaden.

Gemeinsam mit Bauherren, Kollegen und Handwerkern feierten die Architekten Wilhelm und Partner gestern das 50-Jährige (wir berichten noch).