Lörrach Prozess zu Bluttat läuft

Anja Bertsch

Ein Mehrfamilienhaus in Tumringen wurde im vergangenen Juli Schauplatz einer Bluttat: Ein damals 21-jähriger Mann soll im Streit einen anderen Mann erstochen haben. Seit gestern wird der Fall vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts in Freiburg verhandelt.

Von Anja Bertsch

Lörrach. Die Besonderheit dabei: Der Prozess findet als Sicherungsverfahren statt. Hintergrund ist, dass die Staatsanwaltschaft auf Grundlage eines entsprechenden Gutachtens davon ausgeht, dass der Tatverdächtige aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig ist und die Tat „im Zustand der Schuldunfähigkeit“ verübt hat. Ein normales Strafverfahren kommt daher nicht in Frage.

In diesem Sinne zielt die Staatsanwaltschaft auch darauf ab, dass der mutmaßliche Täter in einer Psychiatrie untergebracht wird. In einer solchen Einrichtung befindet sich der Beschuldigte bereits seit einigen Monaten. Er war unmittelbar nach der Tat festgenommen worden und hatte zunächst in Untersuchungshaft gesessen.

Die tödlichen Messerstichen hatten sich am späten Abend des 15. Juli ereignet. Ort des Geschehens war eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Mühlenstraße, in der der Tatverdächtige mit zwei weiteren Männer in einer Wohngemeinschaft zusammenlebte.

Beim 38-jährigen Opfer handelte es sich um einen Besucher der Wohngemeinschaft. Im Laufe des Abends soll es zwischen den beiden Männern zunächst zu einem verbalen Streit und dann zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen sein. Der Tatverdächtige soll dann plötzlich nach einem Küchenmesser gegriffen und auf den anderen Mann eingestochen haben.

Das Opfer erlitt mehrere Stichwunden und erlag den Verletzungen schließlich im Krankenhaus.

Der Tatverdächtige, ein syrischer Staatsangehöriger, musste von den Polizeikräften überwältigt werden. Er wehrte sich massiv gegen die Festnahme und wurde dabei selbst leicht verletzt.

Vor dem Landgericht muss sich der Beschuldigte nun wegen Totschlags verantworten. Des weiteren wird ihm Widerstand in Tateinheit mit einem tätlichen Angriff gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen.

Am gestrigen Sitzungstag wurden nach der Verlesung der Antragsschrift erste Zeugen vernommen. An der Sitzung nahmen auch ein psychiatrischer Sachverständiger und ein Rechtsmediziner teil. Nach der bisherigen Planung werden im Laufe des Prozesses insgesamt zehn Zeugen (darunter sechs Polizeibeamte) zu hören sein, erklärt Dieter Stark, Pressesprecher des Landgerichts auf Anfrage. Zudem werden Sachverständige die Ergebnisse der von ihnen erstellten Gutachten vorstellen.

Insgesamt sind zusätzlich zu dem gestrigen Prozessauftakt fünf Fortsetzungstermine angesetzt, die in den kommenden beiden Wochen stattfinden sollen. Im Moment gehe man davon aus, dass die geplanten Verhandlungstage auch komplett benötigt werden, erklärt das Landgericht.

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