Lörrach Radwege nach Riehen zu

Lörrach - Was seit Jahrzehnten für Spaziergänger, Pendler, Radfahrer und alle anderen Frischluftliebhaber normal war, ist seit Montagmittag auf vorerst unbestimmte Zeit nicht mehr möglich: der einfache Grenzübertritt zur Schweiz ohne Kontrolle. Nachdem bereits ab dem frühen Morgen Autos am Zoll in Stetten und allen anderen offiziellen Grenzübergänge im Land kontrolliert wurden, wurde um die Mittagszeit auch die „Grüne Grenze“ durch Mitarbeiter des Werkhofs mit Bauzäunen geschlossen. Der Rad- und Fußweg an der Wiese, an der S-Bahn-Linie in Stetten und auch bei der Kaltenbach-Stiftung ist unpassierbar.

Schlupfloch unter dem Zaun

Offiziell und auf den ersten Blick zumindest. Denn ein paar Radfahrer fanden am Nachmittag immer noch ein Schlupfloch unter dem Zaun bei der Unterführung der Zollfreien Straße oder wechselten auf einen Pfad direkt am Wiese-Ufer, um die Grenze trotzdem zu passieren. „Wir können nicht alles total dicht machen“, erklärte ein Werkhof-Mitarbeiter, während er den Bauzaun am Weg entlang der S-Bahn-Linie installierte.

Zudem sei bislang auch nicht geplant, sämtliche Feld- und Waldwege, von denen es zwischen „Eiserner Hand“ und Tüllinger Berg sehr viele gibt, mit Bauzäunen abzusperren, ergänzte Markus Sütterlin, Technischer Leiter des Werkhofs, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die meisten Betroffenen nehmen es mit Humor

Vor allem am stark frequentierten Wiese-Radweg bei der „Zollfreien“ spielten sich aber teils kuriose Szenen ab, die meisten Betroffenen nahmen es aber mit Humor: „Ich komme mir vor wie ein Flüchtling“, sagte ein Deutscher, der nun nicht nach Stetten kam. „Ich bin der Wessi, Du der Ossi“, riefen sich zwei Bekannte scherzhaft zu, die sich zufällig am Bauzaun – auf zwei verschiedenen Seiten trafen.

Fast alle wurden aber von der neuen Situation überrascht: „Oh nein, was ist denn hier los, ich hab gar keinen Ausweis dabei, wie komme ich jetzt nach Weil“, fragte sich beispielsweise ein Radfahrer, der nun einen größeren Umweg in Kauf nehmen musste, während andere lediglich gezwungen waren, ihre Gassi-Route mit dem Hund abzuändern.

Lutz: "Auf Ihr Verständnis und Ihre Kooperation angewiesen"

Oberbürgermeister Jörg Lutz erklärte zu den Gründen der drastischen Maßnahme auf Facebook: „Warum? Weil nur noch Grenzgänger die Grenze passieren dürfen und sonst niemand. Die Bundespolizei und der Zoll können diese Kontrollen an der „Grünen Grenze“ personell nicht leisten, wir als Stadt dürfen nicht kontrollieren. Wir appellieren an Sie: Bitte beachten Sie diese Vorgaben. In dieser ernsten Situation sind wir auf Ihr Verständnis und Ihre Kooperation angewiesen. Herzlichen Dank.“

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