Lörrach Räte billigen Friedhofsplanung

Die Ortschaftsräte trugen die Friedhofsflächenbedarfsplanung mit.Foto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Die Friedhofsflächenbedarfsplanung ist am Dienstagabend in den drei Ortschaftsräten erörtert worden.

Lörrach (dr/ouk/pad). „Unser Protest hat Wirkung gezeigt“: Zufrieden erinnerte Hans-Hermann Reinacher (Freie Wähler) an die Ablehnung der Friedhofsflächenbedarfsplanung durch den Brombacher Ortschaftsrat ­im April 2018. Nach der seinerzeit vorgelegten Planung wären auf dem Friedhof Brombach so gut wie keine Erdbestattungen mehr möglich gewesen.

Brombach

In der nun vorgelegten Beschlussvorlage des Eigenbetriebes Friedhöfe wird immerhin rund 40 Prozent des Friedhofes Brombach als für Erdbestattungen geeignete Fläche ausgewiesen. Sie liegt zur Lörracher Straße hin. Das Gelände zur Hellbergstraße ist nach der Bodenbeschaffenheit nur für Urnengräber geeignet. „Die Flächen für Erdbestattungen sind nach statistischen Erhebungen ausreichend“, sagte Jens Langela vom Eigenbetrieb Friedhöfe.

Ausschlaggebend, ob eine Fläche für Erdbestattungen geeignet ist, ist die Bodenbeschaffenheit. Das Verhältnis von Wasser, Sauerstoff und Erdreich bestimmt, ob ein Körper biologisch abgebaut werden kann oder nicht. Weitergehende Untersuchungen nach dem Veto von 2018 hätten jetzt zu den aktuellen Ergebnissen geführt.

Schwierig würden jetzt Gespräche mit den Angehörigen, die in ein bestehendes Wahlgrab in ungeeignetem Boden einen weiteren Angehörigen zubetten wollten. Da bedürfe es sensibler Gespräche. Die Suche nach einem Friedwald sei nicht erfolgreich verlaufen, was Herbert Piorr (CDU) schade fand. Die Beschlussvorlage wurde einstimmig angenommen.

Haagen

Der Ortschaftsrat Haagen billigte den Abschlussbericht der Stadt für die Friedhofsbedarfsplanung: Auf dem Haagener Friedhof sind alle bisherigen Bestattungsformen auch in Zukunft möglich, also Urnen und Erdbestattungen sowie Begräbnisse auf dem stillen Gräberfeld.

Olaf Andris, Technischer Leiter Friedhöfe, erläuterte die Bedarfsplanung: Bis 2035 stehen auf den Lörracher Friedhöfen trotz Bevölkerungswachstums genügend Flächen für Begräbnisse zur Verfügung. Auch für Erdbestattungen ist voraussichtlich genügend Platz, obwohl die Böden in den Friedhöfen Stetten, Brombach, Hauingen und auf dem Zentralfriedhof dafür zum Teil ungeeignet sind. Einen Friedwald will die Verwaltung nicht einrichten. Stattdessen sollen auf allen Friedhöfen naturnahe Begräbnisstätten entstehen, auf denen die Angehörigen wenig oder keinen Pflegeaufwand haben.

Olaf Andris schilderte, dass die Verwaltung fünf Standorte für den Bestattungswald geprüft und wieder verworfen habe. Ein Bestattungswald sei für die Stadt zudem nicht wirtschaftlich und bringe auch für Trauernde Nachteile, unter anderem sei er nicht barrierefrei, argumentierte Andris.

Alfred Kirchner (CDU) und Christa Rufer (SPD) wollten die Einrichtung eines Bestattungswaldes trotzdem nicht aus den Augen verlieren. Friedhöfe seien nie kostendeckend, sagte Rufer. Sie regte an, das stille Gräberfeld in Haagen zu erweitern, und verlangte ein Pflegekonzept für den Friedhof.

Hauingen

Den hohen Wert der Bestattungskultur unterstrich Ortsvorsteher Günter Schlecht. Er bat die Stadt, auch in Zukunft „vor Ort“ alle Bestattungsmöglichkeiten anzubieten. Dessen ungeachtet kommt die Verwaltung nach vierjähriger Untersuchung zu dem Schluss, dass auch auf dem Hauinger Friedhof „in großem Umfang schwierige Bodenverhältnisse herrschen“. Zwar gebe es keine Verbesserung der Flächenverfügbarkeit, der vorhandene Bereich genüge jedoch für die mittel- und langfristige Bereitstellung von Erdgrabstätten.

Ergänzend zu den Untersuchungen der Stadt riet Schlecht, die „dringend notwendige“ Sanierung der Abdankungshalle im Auge zu behalten. „Überfällig“ ist aus Sicht von Ortschaftsrat Jürgen Weltin (CDU) die Neugestaltung der Friedhofsumgebung. „Wir wollen keine weiteren 50 Jahre auf den neuen Friedhofsweg warten“, forderte er aus deutlicher Verärgerung heraus. Zudem schlug er vor, das außerhalb des Friedhofs befindliche Ehrenmal für die Gefallenen der Weltkriege in den Friedhof zu integrieren. Dadurch könnten „im Freien“ weitere Parkplätze angelegt werden, die dringend benötigt würden.

Dem von der Stadt vorgelegten Gesamtkonzept zur Bedarfsplanung Friedhofsflächen stimmte der Ortschaftsrat einhellig zu.

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