Lörrach „Räume des Wandels“ im Zentrum

SB-Import-Eidos
Lörrach befindet sich im Wandel. Das integrierte Stadt- und Mobilitätsentwicklungskonzept ISEK soll hier die Leitlinien liefern. Foto: Kristoff Meller

Der im Jahr 2020 initiierte Prozess des integrierten Stadt- und Mobilitätsentwicklungskonzeptes ISEK konnte 2021 in verschiedenen Diskussionsrunden und Klausuren von Gemeinderat und Fachleuten aus Verwaltung und Planung konstruktiv fortgeführt werden. In diesem Jahr soll er zum Abschluss kommen.

Lörrach. Mit der Vergabe der Machbarkeitsstudie zur Tramverlängerung von Basel/Riehen nach Lörrach und der Vorbereitung des Leistungsverzeichnisses zur Ausschreibung des Mobilitätskonzeptes für die Stadt Lörrach wurden 2021 zwei zentrale Projektaufgaben des ISEK-Prozesses bearbeitet, bilanziert die Stadt. Die Ergebnisse beider Untersuchungen sollen in das ISEK einfließen.

„Räume des Wandels“ als Herzstück von ISEK

Das Herzstück des ISEK-Konzepts sind sogenannte „Räume des Wandels“, die aus den zuvor ermittelten Besonderheiten, Bedarfen und Stärken der Stadt Lörrach entwickelt wurden. Unter dem vorläufigen Leitmotiv „Lörrach schafft Zukunft“ bearbeiten die „Räume des Wandels“ die Themen Mobilität und Verkehr, Wohnen und Soziales, Arbeiten und Wirtschaft sowie Ökologie und Freiraum. Im einzelnen wurden folgende Themenbereiche als „Räume des Wandels“ definiert: „Öffentlicher Verkehr als Taktgeber“, „Impulse für Quartiere“, „Straßen als Stadt- und Lebensräume“, Landschaft und Stadtklima“ sowie „Produktives Lörrach“.

Der Gemeinderat hat die einzelnen „Räumen“ in einer Klausur Ende 2021 diskutiert und Ziele herausgearbeitet:

Öffentlicher Verkehr als Taktgeber: Zustimmung gab es zum prioritären Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Für das vom motorisierten Nahverkehr auf den ÖPNV sollen Umsteigepunkte an zentralen Mobilitätsdrehscheiben wie dem Hauptbahnhof und auch in den Quartier eingerichtet werden.

Impulse für Quartier: Nach dem Prinzip der „Stadt der kurzen Wege“ sollen wichtige Funktionen und Versorgungspunkte in fußläufiger Erreichbarkeit zum Quartier liegen. Stärkung und Impulse können Nachbarschaften außerdem durch Räume für Begegnung, soziale Räume und die Wahrung und Entwicklung örtlicher Identitäten geben. Die Schaffung von Wohnraum für unterschiedliche Zielgruppen soll einen wichtigen Stellenwert in der Entwicklung Lörrachs einnehmen.

Straßen als Stadt- und Lebensräume: Als Verbindungselemente zwischen Quartieren, Stadt- und Ortsteilen nehmen Straßen eine wichtige Rolle im Alltag der Bürgerschaft ein. Straßen sollen sowohl verschiedene Mobilitätsbedürfnisse und Fortbewegungsarten beherbergen, als auch zur Klimaanpassung beitragen. Um die Mobilität in Lörrach zukunftsfit zu gestalten, wird ein Gesamtmobilitätskonzept angeregt, das verschiedene Straßentypen unterscheidet und damit klare Prioritäten setzt.

Landschaft und Stadtklima: Dass die Stadt Lörrach klimaangepasst und -gerecht gestaltete Räume in der Innenstadt entwickeln muss sowie zugängliche und attraktive Freiräume anbieten soll, wird allgemein bejaht. Betont wird außerdem, dass Biodiversität einen hohen Stellenwert einnehmen sollte, ebenso wie der Bezug zu Wiesental und Schwarzwald eine Rollte spielen sollte.

Produktives Lörrach: Die wirtschaftliche Aktivität Lörrachs ist wichtige Grundlage einer lebenswerten und angebotsreichen Stadt. Aus diesem Grund ist das Angebot von Flächen für Produktion und Handwerk in der Innenstadt zu sichern, ebenso wie arbeitsplatzintensive Betriebe und Standort. Auch in stärker versiegelten Bereichen wie Gewerbegebieten sind Biodiversität, Durchgrünung und Klimaanpassung als wichtige Themen zu platzieren. In der Diskussion wurden weitere Akzente gesetzt, wie zum Beispiel auf dem Thema Handel und Einbindung gemischter Nutzungen. Der öffentliche Raum in Gewerbegebieten soll auch hier attraktiv und einladend gestaltet werden.

Umfrage

Ölförderung in Russland

Die Europäische Union plant ein Erdöl-Embargo gegen Russland. Wie stehen Sie dazu?

Ergebnis anzeigen
loading