Lörrach Rat stimmt Neubau auf dem Campus zu

 Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Der Gemeinderat unterstützt die möglichst zeitnahe Entlastung des Hans-Thoma-Gymnasiums (HTG) durch eine bauliche Erweiterung auf dem Campus Rosenfels. Für die Sanierungs- und Neubauarbeiten an der Fridolinschule wartet das Gremium noch die genaue Untersuchung von fünf Varianten durch die Stadt ab. Eine Verschiebung des Projektstarts an der Hellbergschule lehnte der Rat dagegen ab. Dieser Punkt der Beschlussvorlage wurde gestrichen.

Das Kommunalparlament erörterte die Fragestellungen rund um die Baumaßnahmen an den Schulen im Zusammenhang mit den neuen Listen für anstehende Hochbauprojekte der Stadt (siehe weiteren Artikel auf dieser Seite).

Hans-Thoma-Gymnasium

Wie ausführlich berichtet, habe eine erste grobe Kostenschätzung für den Bau des dritten Gymnasiums eine Summe in Höhe von mindestens 25 Millionen Euro ergeben – zu viel Geld, um diese Investition in den kommenden zehn bis 15 Jahren stemmen zu können. Im Grundsatz wird am Ziel eines dritten Gymnasiums festgehalten, doch wird der konkrete Beschluss zum Bau der Schule in der Neumatt aufgehoben. Oberbürgermeister Jörg Lutz betonte, dass die Entscheidung für ein weiteres Gymnasium richtig war – dies habe auch das Regierungspräsidium abermals bestätigt, indes sei die Umsetzung absehbar nicht zu finanzieren.

Derzeit prüft die Stadt drei Erweiterungs-Optionen für zehn Klassenzimmer auf dem Campus sowie Umbaumaßnahmen für die Schaffung zusätzlicher naturwissenschaftlicher Räume im Bestand. Der vorgesehene Kostenrahmen beträgt elf Millionen Euro.

Ein Abriss und Neubau der alten Turnhalle samt zusätzlichen Räumen für den Unterricht wird wohl als zu teuer verworfen. HTG-Schulleiter Frank Braun favorisierte im Gespräch mit unserer Zeitung eine bauliche Variante, die sich als schlanke Konstruktion im rechten Winkel zum Stelzenbau parallel zum HTG-Sportplatz erstreckt. Alternativ ist ein neues Gebäude in unmittelbarer, östlicher Nachbarschaft zum Hebel- Gymnasium denkbar.

Zwar spricht etliches für die Erweiterung beim Stelzenbau, doch hat die Verwaltung bei dieser Variante baurechtliche Hürden zu überwinden: Die Fläche liegt außerhalb der Baugrenzen. Bei einem neuen „Turm“ am Hebel-Gymnasium sollte „das Hebel neu organisiert werden“, so Lutz, damit die HTG-Schüler keine langen Wege zu ihren Klassenzimmern zurücklegen müssen.

Margarete Kurfeß (Grüne) unterstützte den Ansatz des Rathauses, im Grundsatz am dritten Gymnasium festzuhalten. Unter pädagogischen Gesichtspunkten favorisierte sie die Variante am Stelzenbau.

Ulrich Lusche (CDU) kritisierte die Verwaltung deutlich: Erst jetzt, vier Jahre nach Beginn der Schulentwicklungsplanung, werde an einer „Machbarkeitsstudie“ zur Entlastung des HTG gearbeitet, obgleich sich schon seit langem abgezeichnet habe, dass ein drittes Gymnasium nicht wie vorgesehen errichtet werden kann. Außerdem fehlten auch jetzt die zeitlichen Angaben zur Umsetzung der neuen Pläne auf dem Campus. Zudem forderte er, bauliche Schulentwicklungsmaßnahmen in einer Gesamtschau zu betrachten, weil sich Maßnahmen an einem Projekt automatisch auf andere auswirkten.

Die zeitliche Verzögerung bemängelte auch Hubert Bernnat (SPD). Er sprach sich für die Entwicklung einer klaren Zeitschiene aus und zeigte sich überzeugt, dass das dritte Gymnasium „kommen muss“ – und zwar im Umfeld einer Sporthalle.

Matthias Lindemer (Freie Wähler) kritisierte insbesondere die Kostenentwicklung bei Bauvorhaben an Schulen. Die Stadt möchte bis zu den Haushaltsplanberatungen einen Zeitplan und eine erste Kostenschätzung vorlegen.

Fridolinschule

An der Fridolinschule sind die Schulgebäude und die Sporthalle sanierungsbedürftig. Dem Gemeinderat und den Schulleitungen (AG Schulbau) wurden fünf Varianten zur Sanierung der Grundschule vorgestellt. Die Verwaltung wird dem Gemeinderat noch im Jahr 2020 vorschlagen, welche Option zu welchen Kosten realisiert sein kann.

Dem Vernehmen nach ergibt es kaum Sinn, die Sporthalle zu sanieren – ein Neubau scheint naheliegender. Von Belang ist auch die Frage, inwieweit die Schule mit Räumlichkeiten für den Ganztagsbetrieb, darunter auch eine Mensa, ausgestattet wird.

Hellbergschule

Die Beschlussvorlage sah eine Verschiebung des Projektstarts für die Arbeiten an der Hellbergschule um ein Jahr vor. Die Begründung: Es sollen mögliche schulpolitische Veränderungen nach der Landtagswahl 2021 abgewartet werden. Dies lehnte der Rat ab. Selbst wenn die Hellergschule erst nach Fridolinschule und HTG zum Zuge komme, solle möglichst bald mit den Planungen für den Schulstandort begonnen werden, sagte Lusche – unabhängig von der Landtagswahl. Hubert Bernnat bekräftigte diese Haltung.

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