Lörrach Riesigen Baumstamm aus Wiesewuhr gehievt

Von einem Schlauchboot aus wurde der riesige Baumstamm zersägt. Foto: Guido Neidinger

Lörrach - In einem vierstündigen Einsatz gelang es dem Technischen Hilfswerk Lörrach (THW) am Montagabend, einen über acht Meter langen Baumstamm aus dem Wiesewuhr bei Tumringen zu entfernen. Notwendig war der Einsatz des Lörracher THW-Ortsverbandes, um Schaden von der Wehranlage abzuwenden.

Das THW unter der Leitung des Ortsbeauftragten Nico Lang war mit 18 Helfern vor Ort. Die Bergung musste laut Lang zunächst von einem Motorboot im oberen Bereich des Wuhrs vorgenommen werden. Der Einsatz von unten wäre aufgrund der Wassermassen zu gefährlich gewesen.

Von dem Schlauchboot aus wurde der Baumstamm zunächst fixiert. Da Schäden an den Wehrklappen drohten, konnte der riesige Baumstamm nicht in einem Stück an den Haken genommen und mit einem Kranwagen ans Ufer gehievt werden. Vielmehr musste er – ebenfalls vom Schlauchboot aus – mittels Motorsäge in drei Teile geschnitten werden und Stück für Stück mit dem Kranwagen und Seilwinden ans Ufer befördert werden.

Mit dem Verlauf des Einsatzes, den Lang auch als „gute Übung“ bezeichnete, zeigte sich der THW-Chef sehr zufrieden: „Es hat alles funktioniert, auch wenn es etwas länger gedauert hat als ursprünglich angenommen.“

Den Auftrag für den aufwendigen Einsatz hatte die Wuhrgenossenschaft dem THW Lörrach erteilt. Die Wuhrgenossenschaft ist zuständig für den Gewerbekanal von der Wiese am Tumringer Wuhr bis zur Landesgrenze bei Riehen und betreibt unter anderem das dortige Flusskraftwerk. Jürgen Nef, der Geschäftsführer der Wuhrgenossenschaft – eine Tochtergesellschaft der Firma Vogelbach – ist voll des Lobes für die Einsatzkräfte des THW. In sein Lob schließt Nef ausdrücklich die Betreibergesellschaft des Flusskraftwerks ein.

„Ich bin beeindruckt von der Professionalität, mit der das Technische Hilfswerk hier zu Werke gegangen ist. Es war beileibe keine einfache, sondern vielmehr eine sehr anspruchsvolle und heikle Aktion“, betonte Nef und weiß, wovon er redet. Beruflich war Jürgen Nef viele Jahre als Fachbereichsleiter im Lörracher Rathaus für die Sicherheit in der Stadt zuständig.

Nach den starken Niederschlägen der vergangenen Wochen, die überwiegend als Schnee herunterkamen, und des jetzt einsetzenden Tauwetters führt die Wiese derzeit viel Wasser. Der Messpegel in Zell im Wiesental lag zeitweise über 2,30 Meter. Der Abfluss der Wiese war laut Nef mit mehr als 120 Kubikmetern (120 000 Liter) Wasser pro Sekunde in der Spitze „sehr hoch“.

Durch diesen starken Wasserabfluss führte die Wiese viel Schwemmgut mit sich. Das größte Teil war der besagte Baumstamm, der an den Wehrklappen des Tumringer Wuhrs hängen geblieben war.

Das Technische Hilfswerk mit seinen 55 Helfern in Lörach ist für solche Einsätze bestens gerüstet. Allerdings führt das THW auch andere Einsätze durch. Coronabedingt summieren diese sich allein im Januar dieses Jahres bereits auf 13 mit insgesamt 600 Helferstunden. Normalerweise kommt das THW Lörrach auf zehn bis zwölf Einsätze pro Jahr. Doch die Zeiten sind gegenwärtig nicht normal. So ist das Technische Hilfswerk unter anderem für die technische Betreuung des Kreisimpfzentrums im Grütt bis hin zur Notstromversorgung zuständig. In den vergangenen Wochen wurden außerdem 20 000 Liter an Desinfektionsmitteln für 100 Einrichtungen des Landkreises geliefert.

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