Von Gottfried Driesch

Lörrach. Was verbindet Johann Sebastian Bach mit Felix Mendelssohn Bartholdy? Eine ganze Menge. Ohne Mendelssohn wären vermutlich viele Kompositionen von Bach in Vergessenheit geraten. Der erst 20-jährige Mendelssohn leitete 1829 mit einer Aufführung der Matthäus-Passion die Bach-Renaissance in Deutschland ein.

Diese Verbindung zwischen den beiden Komponisten aus dem Barock und der Romantik thematisierte der Lörracher Stadtkantor Johannes Lang am Mittwoch beim Konzert „kleine und große Orgel, Bezüge zu Felix Mendelssohns Bartholdys Oratorium „Paulus“ in der Stadtkirche. Auch dieses fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Goldener Herbst – Ökumenisches Festival der Kirchenmusik“ statt.

Die Kantorei Lörrach und der katholische Kirchenchor Schopfheim führen am kommenden Wochenende das Oratorium „Paulus“ in der Lörracher Christuskirche (Samstag) und der Kirche St. Bernhard Schopfheim (Sonntag) auf. Das Konzert am Mittwoch war nicht als eigentliche Einführung in das Oratorium gedacht. Vielmehr wollte Johannes Lang das musikalische Umfeld und die Tradition, auf die der „Paulus“ aufbaut, beleuchten.

Mendelssohn war von den Oratorien von Bach tief beeindruckt. Er wollte seinem großen Vorbild nacheifern. Trotzdem war Felix Mendelssohn Bartholdy ein typisches „Kind“ seiner Zeit. Für ein großes romantisches Orchester hat er den „Paulus“ komponiert. Nach der Überlieferung wirkten bei der Uraufführung 1836 insgesamt 172 Musiker und 356 Chorsänger mit.

Von diesem romantischen Klangüberfluss vermittelten Ausschnitte aus den Sonaten in f-moll op. 65/1 und in A-Dur op. 65/3, von Mendelssohn, gespielt auf der großen Orgel der Christuskirche, einen berauschenden Eindruck. Dagegen setzte Lang, sehr musikalisch gespielt, die „Dorische Toccata in d-moll BWV 538“ von Johann Sebastian Bach. Ganz getragen erklang der Bach-Choral „Wachet auf, ruft die Stimme“.

Auf der im Altarraum stehenden Truhenorgel ging Johannes Lang in der Zeitskala noch einmal 100 Jahre vor Bach. Von Girolamo Frescobaldi erklang eine Toccata. Auch das Präludium in g-moll von Dietrich Buxtehude erklang in der zarten, durchsichtigen Registrierung der Truhenorgel.

Bestechend virtuos spielte Lang als letztes Werk Präludium und Fuge in g-moll BWV 535 von Bach auf der großen Kirchenorgel.

Zwischen den Musikstücken machte Pfarrerin Gudrun Mauvais mit den Bibelstellen, die dem Oratorium „Paulus“ zu Grunde liegen, bekannt. In einer untermalenden Improvisation erklangen hier einige Harmonien aus dem Oratorium.