Lörrach SAK plant Kinderfarm

Kinder bei einem Projekt mit den SAK-Schafen                                                                                                                                                                   Foto: Vinh Tran/zVg Foto: Die Oberbadische

Von Regine Ounas-Kräusel

Lörrach. Der Bauantrag ist bei der Stadt eingereicht und im Spätjahr soll Baubeginn sein: Die Idee des SAK, am Stadtrand eine Kinderfarm aufzubauen, nimmt konkrete Formen an. Der Rotaryklub Lörrach spendete dem SAK zum Start vor einigen Tagen die Summe von 5000 Euro, auch wenn die Spendenübergabe aufgrund des Coronavirus abgesagt werden musste. „Die Verantwortung für die Schöpfung wird hier wie in kaum einem anderen Projekt erfahrbar“, lobt Rotary-Präsident Markus Heubes in einer Pressemitteilung.

Direkt am Radweg an der Wiese, kurz oberhalb der Brücke nach Tüllingen soll die Kinderfarm entstehen. Dort will der SAK seine Schafherde unterbringen, Hühner und andere Kleintiere alter Rassen halten sowie Obst, Gemüse und Kartoffeln alter Sorten anbauen. „Die Kinderfarm soll ein außerschulischer Lernort werden“, sagt Maraike Koch, Abteilungsleitung „Zeit und Wissen“, beim SAK. Kinder- und Jugendgruppen sollen auf der Farm den Umgang mit Tieren lernen und die Entstehung von Lebensmitteln von der Aussaat bis zur Ernte und zur Zubereitung erleben, so Koch. Indem sie regelmäßig an den Projekten mitarbeiten und Verantwortung übernehmen, hätten sie die Chance, neue Erfahrungen mit ihrer Umwelt zu sammeln. Die umweltpädagogischen Angebote auf der Kinderfarm sollen für Schulklassen, Gruppen aus Kitas und auch für anderen Kinder- und Jugendgruppen offen stehen.

Umweltpädagogische Projekte an einem Ort

Schon jetzt bietet der SAK umweltpädagogische Projekte an. Vor sechs Jahren übernahm er die Schäferei Raufer aus Lörrach. Seitdem betreut Jugendarbeiter und Landwirt Volker Weiß rund 30 Schafe. Kinder- und Jugendgruppen dürfen bei ihm zum Beispiel die Schafe pflegen und füttern, erzählt Koch. Sie können beim SAK außerdem die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt der Streuobstwiesen entdecken und in den Sommerferien frischen Apfelsaft pressen. Im Jugendzentrum Altes Wasserwerk gibt zudem es sechs Hühner. Eine Mitarbeiterin, die Imkerin ist, zeigt Kindern, wie Bienen leben und Honig entsteht.

„Mit der Kinderfarm soll dies alles einen Ort bekommen“, sagt Koch. Sie nennt weitere Projektideen. Unter dem Motto „Wolle und Wohlfühlen“ könnten Kinder und Jugendliche bei der Aufzucht von Lämmern helfen oder eine Schafschur miterleben und danach die Wolle waschen, kämmen und daraus Filzarbeiten machen.

Umweltfreundlich und nachhaltig werden auch der Hauptbau und der Stall der Kinderfarm gestaltet. Die Gebäude sollen in Lehmbauweise, mit Holz aus der Region und energieautark errichtet werden. Die Pläne macht Architekt Marc Lösch vom Freiburger Büro K9, der früher selbst Zivi beim SAK war. Die Baukosten schätzt Rudolf Wasmer, Leiter der SAK-Abteilung „Land und Bau“ auf rund 1,3 Millionen Euro. „Land und Bau“ führt Bauprojekte durch, arbeitet im Gebäudeunterhalt und im Gartenbau und qualifiziert langzeitarbeitslose Menschen. Bekannt sind die Wohnbauprojekte mit Langzeitarbeitslosen in der Damm- und der Teichstraße. Auch an der Kinderfarm wird Rudolf Wasmers Truppe mit bauen. Wasmer ist zuversichtlich, dass auch später auf der Farm Stellen für arbeitslose Menschen entstehen.

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