Lörrach Schätze der Stadtgeschichte

Lörrach - Die Ausstellung „Stadt. Entwicklung. Lörrach.“ von Hubert Bernnat im Dreiländermuseum erlaubt noch bis zum 27. September Einblicke in die Entwicklung der Lerchenstadt seit der Industrialisierung. Zuvor veröffentlichte der Historiker bereits Auszüge seiner Recherchen in der Serie „200 Jahre Stadtentwicklung“ unserer Zeitung. Nun steht fest: Dem Thema wird ein umfassendes Lörracher Heft gewidmet.

„Ich habe die Serie interessiert verfolgt, da ich viele Dinge noch miterlebt habe. Neulich hat sich Norbert Wunderle bei Ihnen zu Wort gemeldet, ob diese Serie nicht zusammengefasst in einer Broschüre oder einem Buch herausgegeben werden könnte. Dieser Idee schließe ich mich gerne an, denn meine Kinder und Enkelkinder, wie auch viele Bürger, könnten daraus noch einiges über die Stadtentwicklung erfahren.“ Diese Zeilen schickte uns kürzlich ein Leser.

Doch nicht nur interessierte Leser, sondern auch Besucher der Ausstellung äußerten ähnliche Anfragen: „Das Bedürfnis ist da, mehr über die Stadtgeschichte zu erfahren“, bestätigt Museumsleiter Markus Moehring im Gespräch mit unserer Zeitung. Zudem sei auch Hubert Bernnat motiviert – er mache das ehrenamtlich – die Publikation in Angriff zu nehmen.

„Eine Stadt ist kein Museum“

„Aktuell ist eine wahnsinnig interessante Zeit – eine Zeit der Transformation“, sagt Bernnat. Viele alte Industrieareale verschwinden ganz oder zumindest teilweise. Die Flächen werden neu entwickelt, die Funktion ändert sich. „Das sind notwendige Prozesse, eine Stadt ist kein Museum“, betont der Historiker. Gleichwohl wüssten schon heute viele Menschen gar nicht mehr, warum das „Areal Conrad“ diesen Namen trägt, wie stark sich das Gebiet zwischen Palm- und Luisenstraße in den vergangenen 100 Jahren immer wieder verändert hat, oder dass an der Stelle des heutigen Rathauses einst eine Villa stand.

„Ich bin bei meinen Recherchen auf viele Dinge gestoßen, die ich schon wusste, aber auch auf viel Neues. Es gibt so viele Schätze, die man heben muss“, erzählt Bernnat. „Vieles wurde bislang nur bruchstückhaft behandelt oder die Autoren beschränkten sich auf die großen Entwicklungen.“

Auch die aktuelle Ausstellung im Hebelsaal beleuchte zwar auf 16 Text-Bildfahnen Schwerpunkte der historischen Stadtentwicklung, gleichwohl gebe es „so viel, das ich dort nicht unterbringen konnte“, sagt Bernnat.

Zahlreiche historische Fotos

Deutlich ausführlicher konnte er die Geschichte der Stadt in elf jeweils eine Seite umfassenden Folgen unserer Zeitung schildern, die mit zahlreichen historischen Fotos illustriert wurden. Doch weil der Historiker für die elf Zeitungsseiten nach eigener Aussage noch immer teils „schmerzliche Kürzungen“ vornehmen musste, plant er nun rund 150 Buchseiten.

Schließlich sollen auch viele der zusammengetragenen Fotos abgedruckt werden. Diese führen dem Betrachter eindrucksvoll den Wandel diverser Industrieareale, Quartiere und der Innenstadt vor Augen. Daneben sollen unter anderem der Entwicklung des Grüttparks (wir berichteten gestern) sowie der Entstehung der städtischen Kultureinrichtungen einige Seiten gewidmet werden.

„Ich möchte das alles konzentriert aufbereiten“

Bernnat geht es auch darum, zu zeigen, „wie sich Menschen die Stadt vorgestellt haben, wie sie geplant wurde und wie sie gewachsen ist“. Spannend sei zudem die Veränderung der städtebaulichen Bedeutung mancher Einrichtungen und Institutionen – beispielsweise der Post. Nachdem diese stets in repräsentativen Bauten untergebracht gewesen sei, spiele sie seit dem Abriss des Postareals am heutigen Standort im Wallbrunneck städtebaulich keine Rolle mehr. „Ich möchte das alles konzentriert aufbereiten“, erklärt Bernnat.

Geplant ist ein Lörracher Heft in der Reihe der Museumskataloge, das laut Markus Moehring finanziell vom Museumsverein unterstützt wird. Die Publikation wird sich mit dem Zeitraum von der Zerstörung der Burg Rötteln 1678 bis zur Gegenwart beschäftigen.

Einen genauen Zeitplan für die Umsetzung gibt es indes noch nicht. Bernnat strebt eine Veröffentlichung im kommenden Jahr an, allerdings soll er genügend Zeit haben, um alle Informationen zusammenzutragen und auszuwerten, findet Markus Moehring und betont: „Wir möchten die Qualität in den Vordergrund stellen – ganz ohne Zeitdruck.“

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