„Wir können damit die Innenstadt ’komplett’ machen“, sagte Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic gestern Abend zu den Plänen für das Sanierungsgebiet „Nördliche Innenstadt“ im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT). Die Stadträte unterstützten einstimmig die Absicht der Verwaltung, das weitere Umfeld des Wohn- und Geschäftshauses „Lö.“ aufzuwerten. Hierfür soll ein Antrag für die Aufnahme in ein Städtebauförderprogramm eingereicht werden.

Von Bernhard Konrad

Lörrach. Isolde Britz (Stadtbau Lörrach) erläuterte im Ausschuss die erste Phase der vorbereitenden Untersuchung des Vorhabens. Sie skizzierte Eckpunkte der Innenstadtentwicklung und betonte, die Aufwertung des Sanierungsgebiets „Nördliche Innenstadt“ könne „den Schlussstein einer Erfolgsgeschichte bilden“.

Die Zielrichtung

Betrachtet werden in erster Linie Straßen und Plätze im Umkreis des „Lö.“, mit dem das gesamte Groß-Quartier eine neue Bedeutung und Wertigkeit in der Innenstadt erhalten wird.

Eine Leitfrage des Projekts: Wie kann dieser Bereich an die Innenstadt angebunden werden? Dabei werden Kernelemente der hiesigen Stadtentwicklung wie etwa das Prinzip „Straße – Platz – Zeichen“ ebenso berücksichtigt wie die Aussagen des Märkte- und Zentrenkonzepts. „Die Herausforderung besteht darin, die neue Geschäftslage so an das bisherige Einzelhandelsquartier anzubinden, dass sich ein neues Gleichgewicht zwischen den Einkaufs-Magneten einpendeln kann“, so eine zentrale Aussage der Untersuchung.

Im nächsten Schritt sollen Gespräche mit Eigentümern, Pächtern und Mietern im Untersuchungsgebiet geführt werden.

Das Untersuchungsgebiet

Priorität hat im Zusammenhang mit der Umsetzung des Lö.-Projekts die Umgestaltung von Bahnhofsplatz, Sarasinweg und einem Abschnitt der Palmstraße.

Die Stadt strebt mit ihren Plänen weitere Maßnahmen im analysierten Gebiet an: Dieses beinhaltet neben Rathaus- und Bahnhofsvorplatz auch Teile der Luisen- und Feldbergstraße sowie die Straße Am Hebelpark und die gesamte Palmstraße bis zum Senigalliaplatz. Hinzu kommt auf Vorschlag der Verwaltung noch die Untere Wallbrunnstraße, die seit Jahr und Tag „ein stiefmütterliches Dasein“ friste, erläuterte Britz.

Der Verbesserungsbedarf

Bei der Analyse ist erheblicher Verbesserungsbedarf festgestellt worden: Die bauliche Beschaffenheit von Gebäuden sei ebenso defizitär wie der vergleichsweise „unattraktive öffentliche Raum“ und die Missstände in der Unteren Wallbrunnstraße. Als Klammer zwischen Zentrum und dem Entwicklungsgebiet Engelplatz sei die Straße derzeit „weder attraktiv, noch erkennbar“, so der kommissarische Fachbereichsleiter Gerd Haasis.

Zudem soll unter anderem neben der notwendigen Rathaussanierung die Umgestaltung von Rathaus- und Bahnhofsvorplatz sowie ein Durchbruch zwischen Palm- und Grabenstraße und die Möglichkeit privater Sanierungen ausgelotet werden.

Das Förderprogramm

Im Zuge der bisherigen Voruntersuchungen wurde ein Förderrahmen von gut 29 Millionen Euro ermittelt. Davon seien 40 Prozent – 11,6 Millionen Euro – als Eigenmittel der Stadt veranschlagt und 60 Prozent – 17,4 Millionen Euro – als Finanzhilfe von Bund und Land.

Die Fraktionen

Ulrich Heuer (CDU) lobte die Pläne ebenso wie Hubert Bernnat (SPD), Leonie Wiesiollek (Grüne) und Thomas Denzer (Freie Wähler).

Mögliche Investitionskosten für die Stadt in Höhe von rund zwölf Millionen Euro seien zwar viel Geld, gleichwohl müsse die Verwaltung angesichts der denkbaren Fördersummen diesen Antrag stellen, so der Tenor.

Wiesiollek wies ausdrücklich auf die wachsende Bedeutung des Gebiets als „Eingangstor zur Innenstadt“ hin. Denzer rief die Relevanz der Immobilieneigentümer für die Umsetzung der Pläne in Erinnerung: „Wir haben nicht alles selbst in der Hand.“

Peter Oehler (SPD) regte den Bau einer „Grünbrücke“ über die Bahngleise zwischen Unterer Wallbrunnstraße und Wallbrunnstraße an.