Lörrach Sehnsucht nach Menschlichkeit

Lörrach - Die Christen in Lörrach feierten Jesu Geburt am Heiligen Abend mit einer Vielfalt an Gottesdiensten. Katholische und evangelische Gemeinden sprachen mit Krippenspielen und Weihnachtsmusicals am Nachmittag besonders Familien an.

Messe in polnischer Sprache

Auch abends oder sogar spät in der Nacht konnten Gläubige Gottesdienste besuchen, die zum Teil mit Musik besonders festlich gestaltet waren. In Sankt Josef in Brombach fand eine Messe in polnischer Sprache statt.

Pfarrer Thorsten Becker predigte in der Christmette um 18 Uhr in der katholischen Kirche Sankt Bonifatius über die Sehnsucht nach vorbehaltloser Menschlichkeit. Er bezog sich auf eine Fotografie, die Papst Franziskus um Weihnachten 2017 als Mahnung für eine atomwaffenfreie Welt verwendet hatte.

Schockierende Aufnahme

Sie zeigt einen zwölfjährigen Jungen, der seinen toten Bruder auf seinem Rücken trägt. Drei Tage nach dem Abwurf einer Atombombe auf Nagasaki wartet der Junge vor einem Krematorium, um dem Bruder einen würdevolle Bestattung zu ermöglichen. Schockierend sei diese Aufnahme, sagte Becker. Aber sie berühre ihn auch, weil der Junge im Dienst für seinen Bruder sich selbst vergesse. Er sehne sich danach, dass er selbst und alle Menschen eine solche Mitmenschlichkeit leben, sagte der Pfarrer. Gott sei an Weihnachten auf die Erde gekommen, weil auch Gott den Menschen nah sein wolle.

Becker freute sich über das gute Miteinander in der katholischen Kirchengemeinde Lörrach. Bei der Christmette hieß er auch die Gläubigen von St. Peter willkommen, deren Kirche derzeit nicht genutzt werden kann. Becker und Diakon Ralf Ochs zelebrierten die Messe gemeinsam. Der Chor Canto Allegro verlieh dem Gottesdienst mit schönen Chorsätzen eine festliche Note. Überall in den Kirchenbänken leuchteten Kerzen.

Vor dem Gottesdienst konnten die Besucher sie an einem Friedenslicht entzünden, das vom Friedenslicht aus der Geburtskirche Christi in Bethlehem stammt.

Fröhlich und lebensnah

Fröhlich und lebensnah spielten die Kinder in der evangelischen Kirche Rötteln die Weihnachtsgeschichte. In dem Krippenspiel fragte ein rosa Schweinchen, was Weihnachten denn bedeute, und wurde von den anderen Tieren zunächst ausgelacht. Die Kinder spielten die bekannten Szenen: Wie Maria und Josef wegen der Volkszählung des Kaisers nach Bethlehem wandern und in allen Herbergen abgewiesen werden, bis eine Wirtin sie wenigstens in ihrem Stall schlafen lässt.

Wie die Hirten am Feuer sitzen und über die Engel staunen, die ihnen die Geburt Christi verkünden. Passend zu den Szenen sangen die Kinder Weihnachtslieder. Ein Ensemble mit Flöten und Gitarren begleitete den Gesang der Kinder und auch der zahlreichen Gottesdienstbesucher.

Schließlich begegnete das Schweinchen der frierenden Maria und ihrem Kind und begriff, was Weihnachten bedeutet. Es trommelte alle Tiere zusammen, damit sie der Familie helfen. Das Schaf brachte wärmende Wolle, ein Vogel sang ein Wiegenlied, und sogar die Wirtsleute brachten Decken. Das Krippenspiel sei immer das Werk Vieler, erzählte Diakon Jonas Epperlein-Martinez. Diesmal wirkten mehr als 20 Kinder mit, außerdem jugendliche und erwachsene Helfer, darunter viele Eltern. Die Leitung hatte Birgit Bayerlein.

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