Lörrach Sieg des Lebens über den Tod

 Foto: Regine Ounas-Kräusel     

Lörrach - Auch in Corona-Zeiten fanden die Christen in Lörrach Möglichkeiten, um die Ostergottesdienste mit Präsenz und nicht nur online zu feiern.

„Diese Nacht ist anders als andere Nächte. Dunkel trifft auf Licht, Tod trifft auf Leben.“ Mit diesen Worten begrüßte Pfarrerin Gudrun Mauvais am Ostersonntagmorgen die Menschen am Osterfeuer hinter der evangelischen Stadtkirche. Die Pfarrerin sprach von Ostern, dem Fest der Auferstehung. Doch auch wegen der Corona-Pandemie feierten die Kirchen in Lörrach und Inzlingen die Festtage teilweise anders als gewohnt.

Um sechs Uhr morgens war es noch dunkel und kalt auf dem Platz bei der Stadtkirche, nur die Flammen in der Feuerschale leuchteten. Im Laufe der Feier entzündete die Pfarrerin die große Osterkerze und viele kleine Kerzen in den Händen der Teilnehmer. Mit Maske und Abstand sangen die Menschen Lieder aus Taizé mit schönen, klaren Melodien. Auch die Dohlen im Kirchturm begannen im anbrechenden Tag munter zu schwatzen.

Pfarrerin Mauvais wünschten den Teilnehmern, dass die Freude über Jesu Auferstehung auch in ihren Alltag ausstrahlen möge. Anstelle eines Osterfrühstücks in der Alten Feuerwache gab es Tüten mit frischem Zopf für zu Hause. Die Friedensgemeinde lud wie gewohnt zur Auferstehungsfeier auf dem Hauptfriedhof ein.

Die katholische Kirchengemeinde feierte ihre Osternacht online. Bewegend war es, wie Pfarrer Thorsten Becker und das Seelsorgeteam unter feierlichem liturgischem Gesang mit Kerzen aus der Dunkelheit in die Kirche einzogen und wie sie dann die Osterkerzen für alle fünf Pfarreien und das Seniorenzentrum Sankt Fridolin entzündeten. Becker predigte über die Verlorenheit der Menschen in Zeiten der Pandemie mit Krankheit und Tod, Existenzängsten und einer ungewissen Zukunft für junge Leute: In diese Verlorenheit sende Gott das Wunder der Auferstehung und seine Liebe.

Der katholische Pfarrgemeinderat und das Seelsorgeteam hatten sich Anfang der Woche schweren Herzens entschlossen, wegen Corona alle Präsenzgottesdienste abzusagen. Daher waren von Gründonnerstag bis Ostermontag nur professionell gefilmte Online-Gottesdienste zu erleben.

Trotzdem versuchten Haupt- und Ehrenamtliche, lieb gewonnene Traditionen aufrecht zu erhalten. Bei den Gottesdiensten wurden die Nummern der Lieder angezeigt, sodass die Gläubigen zu Hause mitsingen konnten. Die Kirchen waren tagsüber offen. Dort konnten die Menschen das Osterfeuer von den Osterkerzen und coronakonform in Fläschchen abgefülltes Osterwasser holen. Der Garten an der Bonifatiuskirche lud zum Verweilen ein. Dort symbolisierten alte Schuhe, die unter anderem Kinder der Eichendorffschule bunt bepflanzt hatten, das Unterwegssein der Christen.

Bei den evangelischen und den freikirchlichen Gemeinden gab es vielfältige Gottesdienste und Angebote. Online feierten etliche Gemeinden am Gründonnerstag das Abendmahl, damit die Gläubigen wenigstens am Bildschirm Gemeinschaft erleben konnten. Es gab musikalisch gestaltete Video-Gottesdienste, etwa an Karfreitag zur Sterbestunde Christi in der Stadtkirche oder am Ostermontag einen fröhlichen Gospelgottesdienst in der Christuskirche.

Es fanden aber auch viele Präsenzgottesdienste statt - mit begrenzter Teilnehmerzahl, mit Hygienekonzept und ohne Gemeindegesang. „Uns ist es wichtig, dass die Menschen zu Andacht und Gebet zusammen kommen können“, sagte etwa Pfarrer Tobias Walkling von der Lukasgemeinde Inzlingen.

Bei der Stadtmission feierten bis zu 50 Gläubige Ostergottesdienste im großen Gemeindesaal. Für alle anderen gab es Videoübertragungen. Als Gemeinde müsse man abwägen zwischen Sicherheitsanforderungen und der Sehnsucht der Menschen nach Gemeinschaft und Freiheit, sagte Pastor Stefan Heeß.

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