Lörrach Skepsis gegenüber „Aufblühen“

Die Senioren sollen sich bei „Aufblühen“ im Rahmen ihrer Möglichkeit einbringen und beispielsweise mit den Kindern der Gastfamilie spielen. Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Der Haagener Ortschaftsrat hat das Projekt „Aufblühen“ von Caritas und Diakonie in seiner jüngsten Sitzung skeptisch beurteilt. Die Räte bezeichneten es als sinnvolles Nischenprojekt, aber auch als unnötige Belastung der Sozialkassen.

Von Regine Ounas-Kräusel

Lörrach-Haagen. Mit dem Projekt wollen Caritas und Diakonie Senioren ermöglichen, in Gastfamilien zu leben. Das Angebot richtet sich an Menschen, die nur leicht pflegebedürftig sind. Simone Wansor von der Caritas stellte das Angebot vor. Senioren ab Pflegestufe eins, aber auch jüngere Menschen etwa nach einem Schlaganfall, können es in Anspruch nehmen. Die Gastfamilie kümmert sich um ihre Grundversorgung, etwa um die Mahlzeiten und sie hilft ihrem Gast bei Verrichtungen im Alltag.

Die Senioren bringen sich im Rahmen ihrer Möglichkeit ein, lesen zum Beispiel Kindern vor oder helfen in der Küche. Wansor sprach von einer „Win-win-Situation“. Brauche ein Gast Pflege, übernehme das ein Pflegedienst. Demenzkranke Gäste würden Angebote wie die Tagespflege besuchen.

Die Familie schließt mit den Trägern einen Betreuungsvertrag und mit dem Gast einen Mietvertrag ab, so Wansor. Die Familie bekommt im Monat 470 Euro Betreuungsgeld, Verpflegungsgeld, eine Mietpauschale von mindestens 277 Euro für Zimmer oder Einliegerwohnung und eventuell eine anteilige Summe aus der Pflegekasse.

Beim Betreuten Wohnen in Offenburg machten derzeit 20 Familien mit, berichtete Wansor. In Lörrach suche man noch Familien. Auch Familien, die einen älteren Menschen nur vorübergehend aufnehmen, etwa während die Angehörigen Urlaub machten, sind gesucht.

Christa Rufer (SPD) empfand das Angebot als spannendes Mosaiksteinchen in der Seniorenbetreuung. Aber das eigentliche Ziel des Ortschaftsrates sei es, wohnortnahe Betreuung für alle Senioren zu schaffen.

Jutta Di Marco (Freie Wähler) glaubte nicht, dass eine Familie einen fremden Menschen mit Demenz aufnimmt.

Jörg Müller (Freie Wähler) meinte, das Modell komme wegen des hohen Zeitaufwands vor allem für Senioren-WGs in Frage oder für Familien, die ihre Oma aufnehmen wollten. Dann würden die Sozialkassen aber mit Ausgaben für etwas belastet, das ohnehin funktioniere. Kinder und Ehepartner können beim Projekt „Aufblühen“ allerdings keine Betreuungsverträge abschließen.

Fehlende Markierungen

Alfred Kirchner (CDU) forderte in der Sitzung außerdem, dass die Stadtverwaltung endlich die Straßenmarkierungen auf der stark befahrenen Straße zur Burg Rötteln erneuert.

Christa Rufer bemängelte zudem, dass Firmenfahrzeuge verstärkt Haagens Straßen zuparken. Sie schlug vor, für Firmen kostenpflichtige Parkplätze hinter der Schlossberghalle zu schaffen.

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