Lörrach - Mit Musik, Theater und einem Umtrunk ist am Freitagabend die Ausstellung „Inspiration 6 – Porträts und Selbstporträts“ gewürdigt worden, die seit Anfang des Monats im Hebelsaal des Dreiländermuseums läuft. Die Ausstellung zeigt die Werke von 50 Projektteilnehmern, die sich beim Malen und Modellieren von 13 Porträts aus der Sammlung des Dreiländermuseums inspirieren ließen – und in ihren Bildern und Plastiken ganz persönliche Züge zum Ausdruck bringen.

„So baut man Brücken“, hat ein Besucher wohl auch deshalb in das ausliegende Gästebuch geschrieben – Brücken zwischen dem Betrachter und den Künstlern, die unterschiedliche Behinderungen haben. Mit ihren Betreuern waren sie von der Helen-Keller-Schule Maulburg, dem Haus Engels in Hertingen, dem Bamlacher Marienheim, dem Institut Médico Educatif aus dem französischen Bartenheim, der Association Marie-Pire aus Altkirch (Frankreich) und dem Pavillon Kästli aus dem Schweizer Pratteln zum Feiern nach Lörrach gekommen.

Nach der Begrüßung durch die Projektleiterin Caroline Buffet sorgten die Bläser, Schlagzeuger und Bassisten der „Engels Hausband“ mit Gospels und anderen bekannten Melodien für mächtig Stimmung. Das zehnköpfige Projektorchester aus Mitarbeitern, Bewohnern und Eltern des Hertinger Hauses Engels – Heim für Behinderte – tritt immer wieder bei besonderen Anlässen auf, wie Band-Leader Michael Steiert im Gespräch erklärte.

Nach dieser musikalischen Einlage zeigten Edwin Engeser und Martin Kilwing vom Theater Tempus fugit einen kleinen Ausschnitt aus der 2017 entwickelten Produktion „Dieses Blicken“. Sie hatten den Überraschungseffekt auf ihrer Seite, als sie sich von ihren Stühlen in der ersten Reihe erhoben und dem Publikum zuriefen „Heute Abend habt ihr ein Date mit uns!“

Es folgte eine rasante Darbietung, in der die beiden Schauspieler mit Down-Syndrom humorvoll auf der Bühne interagierten. Engeser lud das Publikum auch gleich zur Premiere der zweiten Auflage von „Dieses Blicken“ am 24. Mai ins Theaterhaus im Adlergässchen ein, bei der dann fünf Schauspieler mit Behinderung gemeinsam auftreten.

Nach Musik und Theater verweilten die Gäste noch lange, um sich die Bilder der Ausstellung anzuschauen. Buffet freute sich, dass so viele Projektbeteiligte gekommen waren: „Sie sind stolz, dass das eigene Bild im Museum gezeigt wird“, erklärte die Museumspädagogin.

„Inspiration 6“ ist die sechste Ausstellung der von ihr initiierten kunstpädagogischen Reihe – und wohl auch nicht die letzte. „Es geht weiter“, blickte Buffet bereits ins nächste Jahr.