Lörrach So einzigartig wie die Region

Regine Ounas-Kräusel
Jan Merk (links), Präsident des Museumsverbandes Baden-Württemberg, überreichte im Burghof den Lottopreis an Markus Moehring, Leiter des Dreiländermuseums. Foto: Kristoff Meller

Das Dreiländermuseum Lörrach ist am Samstag mit dem Lottopreis für nichtstaatliche Museen in Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Im Burghof übergab Direktor Michael Grepl zusammen mit Museumsverbands- Präsident Jan Merk den mit 20 000 Euro dotierten Preis an Museumsleiter Markus Moehring.

Von Regine Ounas-Kräusel

Lörrach. Es sei das einzige Museum in Europa, das mit seiner Sammlung und seinem Konzept Geschichte und Gegenwart von drei Ländern gleichermaßen darstelle, sagte Merk in seiner Laudatio: „Dieses Interesse am gelebten Europa hat die Jury überzeugt.“ Die Lottogesellschaft Baden-Württemberg verleiht den Lottopreis seit sechs Jahren an ein nichtstaatliches Museum des Landes.

In der Dauerausstellung des Lörracher Museums betreten Besucher ein begehbares Satellitenbild der Region am Oberrhein, die sich auf Deutschland, Frankreich und die Schweiz erstreckt. In vier Themenblöcken erklärt sie die Geschichte der Region, das Leben an der Grenze, blickt in die Zukunft. Die konsequent zwei- oder dreisprachige Beschriftung – deutsch, französisch, alemannisch – in allen Ausstellungen des Dreiländermuseums habe die Jury überzeugt, sagte Merk. Außerdem trage das Museum zur Reflexion über Geschichte und Sichtweise der Nachbarn bei.

Mit Vielfalt und Ideenreichtum erreiche das Haus vielfältige Zielgruppen, lobte Merk. So habe es zusammen mit der türkischen und russlanddeutschen Bürgern Sonderausstellungen über deren Erfahrungswelt organisiert. 40 Jahre nach dem Krieg habe die jüdische Gemeinde Lörrach nicht zufällig das Museum als Ort gewählt, um sich wiederzugründen.

Der Laudator hob außerdem hervor, dass das Dreiländermuseum nicht nur europaweit in Fachkreisen anerkannt, sondern auch vor Ort in Lörrach verankert sei. So unterstütze der Museumsverein das Haus in bürgerschaftlichem Engagement mit.

Rund 50 000 Exponate aus der Oberrheinregion

Museumsleiter Markus Moehring bezeichnete die Sammlung mit rund 50 000 Exponaten aus der gesamten Oberrheinregion als Herzstück und Alleinstellungsmerkmal seines Hauses. Seit 1882 hätten Idealisten die Stücke zusammengetragen, sagte er. Er dankte allen Menschen und Institutionen, die die grenzüberschreitende Arbeit des Museums ermöglichen, zum Beispiel dem Museumsfonds der Bürgerstiftung, dem Museumsverein, der Stadt, auch dem Land, das aktuell mit Coronahilfen beim Wiederaufleben der Museumspädagogik hilft.

Die beiden großen Ausstellungsreihen über den ersten Weltkrieg und die Zeitenwende „1918/19“ am Oberrhein habe man mit einem Netzwerk aus insgesamt 50 Museen aus allen drei Länder verwirklicht, sagte Moehring stolz. Dieses Konzept habe auch die EU überzeugt, das neue Museumsdepot mit fast zwei Millionen Euro zu unterstützen.

Oberbürgermeister Jörg Lutz gratulierte zur Auszeichnung: „Das Museum hat es verdient.“ Felix Rudolf von Rohr, Persönlichkeit der Basler Fasnacht und ehemaliger Politiker, sagte, er schicke Basler Neubürger gerne nach Lörrach ins Dreiländermuseum, damit diese das Paradies am Oberrhein kennenlernten.

Die Band „Brunch Boys Three“ umrahmte die Feier mit gepflegtem Jazz.

FOTOGALERIEWeitere Fotos unter www.dieoberbadische.de

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