Lörrach Sommerabende voller Spannung

Lörrach-Brombach - Birgit Degenhardt, Leiterin des Werkraums Schöpflin, hat am Freitagabend die Reihe „Schöpflins Frischluftkino“ auf dem Fabric-Gelände der Schöpflin Stiftung in Brombach eröffnet. Bis Ende September werden jeweils freitags und samstags Kinofilme unterschiedlicher Genres zu sehen sein.

Die Reihe startete mit dem Film „Coffy“ aus dem Genre des „Blaxploitation“, das das wachsende Selbstbewusstsein der Afroamerikaner in den 1970er Jahren spiegelt. Man habe zum Auftakt die Blaxploitation-Filme „Coffy“ und „Shaft“ gewählt, um an die Bewegung „Black lifes matter“ zu erinnern, in der Afroamerikaner noch heute gegen rassistische Polizeigewalt kämpfen, sagte Degenhardt.

Das Frischluftkino funktioniert nach einem einfachen Konzept: Eine große Leinwand steht am Plankiosk auf dem Fabric-Areal, der freien Fläche beim Brombacher Bahnhof. Auf Stühlen finden die Zuschauer in coronasicherem Abstand Platz. Den Ton des Films kann jeder über sein Handy mit Kopfhörer und kostenloser App hören. Nur am ersten Wochenende kam der Ton über vom Veranstalter verliehene Kopfhörer, weil die Technik zur App noch nicht geliefert war. Über die Internetseite des Werkraums Schöpflin können Plätze reserviert werden.

Für Samstag hätten 36 Menschen reserviert, berichteten Birgit Degenhardt und ihre Stellvertretern Vera Meister am Einlass. 40 Plätze habe man vorgesehen, die man bei Bedarf auf 60 aufstocken könne: „Wir sind gefühlt ausverkauft.“

Das Frischluftkino ist ein Gemeinschaftswerk. Fabric, der Werkraum und alle anderen Arbeitsbereiche der Schöpflinstiftung wählen die Filme aus. Auch die GEW Lörrach und Iris Pottstock vom früheren „Lichtspiel“ des Union-Kinos machen mit.

Die Schöpflin Stiftung will das Fabric-Areal bekanntlich bebauen und hat im Vorfeld die Bürger nach ihren Wünschen gefragt. Daran erinnerte Christoph Schäfer, der künstlerische Leiter von Fabric. Der Bürgerwunsch nach einem Kino, habe sie angeregt, nun das Frischluftkino zu starten.

Das Publikum – jüngere und ältere Erwachsene – hatte es sich an dem etwas kühlen Abend vor der Leinwand bequem gemacht. Ein Paar kuschelte sich in eine Decke. Eine Frau freute sich, dass sie mit ihrem Partner nach den Corona-Einschränkungen endlich wieder ausgehen könne.

Die Filmheldin, die Afroamerikanerin Coffin (Pam Grier), bewegte sich in diesem Streifen in der brutalen, sexfixierten Welt der Drogenmafia einer Großstadt. Um ihre an Drogen verstorbene Schwester zu rächen, lockte sie die Dealer mit ihren Reizen in die Falle und tötete sie. „Coffy“­ ist ein in vielerlei Hinsicht harter, brutaler, aber auch berührender Film: schmutzig und rau, voller Trash und Spannung.  

Infos und Reservierungen www.werkraum-schoepflin.de für Frischluft-Kino und für Festival „Bühne im Garten“ vom 23. - 26. Juli

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