Lörrach Sommerliches Fasnachts-Feeling

Anja Bertsch

Strohhut und Sonnenbrille Baströckchen und Badeschlappen – dazu gute Laune und Konfetti in Massen: Mit über 1500 Teilnehmern in etwa 70 Gruppen zog gestern im Rahmen des „Confetti-Festivals“ der Narrengilde ein sommerlicher Fasnachtsumzug durch die Lörracher Innenstadt.

Von Anja Bertsch

Lörrach. Von den Hütern der Tradition im Vorfeld zeitweilig heftig kritisiert, von den Organisatoren der Narrengilde um Gildenmeister Jörg Roßkopf verteidigt als Gelegenheit, endlich einmal wieder unbeschwert zu feiern – und vom Publikum letztlich schlichtweg gut angenommen: So präsentierte sich das dreitägige Spektakel, das offiziell keine Ersatzfasnacht sein wollte – es von Sound und Stimmung her aber eben doch war. Sommersonne und Hitze freilich brachten denn doch einen ganz eigenen Schlag ins Geschehen.

Den Aufgalopp hatten am Freitag zunächst ein Konzert mit der Kölschrock-Band Brings und am Samstag dann die Sommer-Edition der hergebrachten Gugge-Explosion gemacht. Am Sonntag dann standen mit dem Umzug Höhepunkt und (vorläufiges) Finale des Festivals auf dem Programm.

Schon Stunden bevor sich der Umzug vom Bahnhof aus in Richtung Innenstadt in Bewegung setzte, begann es in der Innenstadt zu brodeln. Einen ordentlichen Anteil daran hatte sicherlich die Sonne, die sich zu sommerlichen dreißig Grad aufschwang; daneben aber auch Guggenmusiken und Partywagen, die frühzeitig ihre Angriffe aufs Trommelfell starteten, sowie zahlreiche Festivalgänger – laut Polizei waren es am Sonntag insgesamt etwa 5000 –, die beizeiten in Richtung Umzugsstrecke strömten – dort freilich bis zuletzt gute Chancen auf gute Aussicht hatten: Insbesondere im Startbereich des Umzugs am Bahnhofsplatz standen die Zuschauer eher licht – und wer die Sonnenseite der Straße nicht scheute, hatte hier komplett freie Bahn.

Stadtfest mit Konfetti-Einschlag

Ab dem Senser Platz dann war für derlei geschmäcklerische Platzwahl kein Raum mehr: Dicht gedrängt standen die Menschen, um das Fasnachts-Feeling möglichst hautnah mitzubekommen, das sie in den vergangenenbeiden Jahren augenscheinlich stark vermisst hatten: Jubelnd, singend und tanzend verfolgten sie das Umzugsgeschehen.

Dem Anlass angemessen, chauffierten die Gilden-Oberen – Gildenmeister Jörg Roßkopf und Protektorin Diana Stöcker mitsamt Zundel – im roten Cabrio vorweg und gaben die gediegene Vorhut eines Narrenwurms, der dann eineinhalb Stunden lang bunt und laut an den Zuschauern vorüberzog.

Einige unentwegte hatten sich tatsächlich ins klassische Fell- und Holzmasken-Häs geworfen. Die meisten Teilnehmer aber setzten in Sachen Kostümierung aufs luftige Sommer-Outfit: Paradiesbunte Hawaii-Hemden, Baströcke und Badeschlappen gehörten ebenso zur Kollektion wie Gummiente, Schlauchboot oder gleich die (aufblasbare) Urlaubsinsel. Offenkundig genossen auch die Teilnehmer ihren lang vermissten Umzugsauftritt auch gaben mit vollen Händen: Guzzis zum einen – Konfetti vor allem.

Mitgebsel der feucht-fröhlichen Art

Hoch willkommen beim in der Sommerhitze bratenden Publikum an der Umzugsstrecke waren vor allem auch die Mitgebsel der feucht-fröhlichen Art: Wassersalven aus Spritzpistolen, Güsse aus Gießkannen oder ganze Wannen voll Wasserbomben sorgten für Gaudi und Erfrischung. In Kombination freilich ergaben die Konfetti- und Wasserschauer eine ganz eigene und durchaus hartnäckig klebende Mischung auf der nackten Haut....

Nach Ende des Umzugs ging die Feierei in der Innenstadt weiter: Zahlreiche Buden auf dem Alten Markt sorgten für Speis und vor allem Trank, die ein oder andere durch die Straßen irrlichternde Gugge für schrägen Sound, und zahlreiche Besucher für Leben – Stadtfest-Ambiente mit Konfetti-Einschlag.

Polizei zufrieden

Auch aus Sicht der Polizei verlief der Festival erfreulich: Das Zusammentreffen von Menschenmasse, Hitze und Alkohol hätte durchaus Potenzial für unerfreuliche Vorkommnisse gehabt – diese aber blieben aus. Es habe einige Anwohner-Beschwerden gegeben, vor allem weil Gäste sich teils auch jenseits der Toiletten erleichterten, berichtet das Polizeipräsidium Freiburg auf Anfrage.

Ernsthafte Vorkommnisse aber habe es nicht gegeben, hieß es am Sonntag Abend in einer vorläufigen Bilanz. „Alles im Rahmen und einigermaßen gesittet“.

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