Lörrach Spannende Begegnung in der Schule

Schüler der Klassen 4a und 4b mit Lama Tendar, Schulleiterin Cornelia Huber und Lehrerin Susanne Rose Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

Lörrach. Überraschenden Besuch bekamen die dritten und vierten Klassen der Grundschule Tumringen in dieser Woche. Lama Tendar, ein Tibetischer Mönch, der in Nordindien im Exil lebt, beantwortete im Unterricht die Fragen der neugierigen Schüler.

Lama Tendar lebt in einem Tibetischen Kloster in der Nähe des kleinen Dorfes Mandi in Nordindien. Die Grundschule Tumringen finanziert seit Jahren gemeinsam mit der Schülerfirma „fair-image“ der Gewerbeschule Lörrach für drei tibetische Kinder aus Mandi den Schulbesuch. Ohne diese Unterstützung könnten die drei begabten Kinder keine Schule besuchen.

Jede Grundschulklasse plant deshalb jedes Jahr eine Sammel-Aktivität. Waffel- und Kuchenverkauf, Flohmarkt, Bilderverkauf oder Einnahmen aus Theateraufführungen brachten in diesem Schuljahr insgesamt 710 Euro zusammen. Dieser Betrag wurde wie in den Vorjahren Lama Tendar zur Weiterleitung an die Schule in Nordindien übergeben.

Die Schüler hatten aber auch die Gelegenheit, dem Mönch Fragen zu stellen. So erfuhren sie, dass Lama Tendar 47 Jahre alt ist, bereits mit elf Jahren aus Tibet nach Nordindien geflohen war und dort bei Ankunft in ein buddhistisches Kloster eintrat. Sein Vater war in einem chinesischen Gefängnis gestorben, ihn hatte er nie kennengelernt. Seine ältere Schwester und seine Mutter flohen mit ihm.

Er wuchs im Kloster auf, lernte eifrig, spricht heute fünf Sprachen und lehrt die Mönche Philosophie und die Kunst, Mandalas zu legen. Lama Tendar besucht auf Einladung verschiedene tibetische Zentren in Deutschland, Frankreich und der Schweiz, zur Zeit verbringt er eine Woche in Freiburg. Er liebt seine Aufgabe, lacht und reist gerne, seine Lieblingsspeise sind Momos (Teigtaschen), er sieht wie viele andere Mönche gerne Fußball im Fernsehen und hat auch Spiele der deutschen Mannschaft verfolgt.

Sein Klosteralltag beginnt morgens um 4.30 Uhr mit der Puja, dem Gottesdienst, und endet am Abend um 21.30 Uhr mit einem gemeinsamen Gebet. Im Kloster gibt es 360 Regeln, die jeder Mönch kennt und einzuhalten versucht. Das Eintrittsalter beginnt bei neun Jahren, die meisten Mönche treten aber erst etwas später ein. Auch junge Mönche tragen ausschließlich die dunkelrote Robe, Sommer wie Winter. Lama Tendar hat die Erlaubnis erhalten, in der Nähe des Klosters bei seiner kranken Mutter zu wohnen, um sie pflegen zu können.

Er mag Deutschland und besonders die Menschen, die hier leben, weil sie offen sind für Fremde und Fremdes und bereit, Menschen in Not zu helfen. Lama Tendar dankte den Kindern für ihre Hilfsbereitschaft und ihr großes Engagement. Nach über einer Stunde mit spannenden Fragen und Antworten verabschiedete er sich, um der Gewerbeschule noch einen Besuch abzustatten. Die Kinder verabschiedeten sich ebenso respektvoll wie beeindruckt.

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