Lörrach Spielmannszug muss raus

Der Stadtspielmannszug umrahmt das Narrenbaumstellen auf dem Alten Marktplatz (Archivfoto). Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Der Stadtspielmannszug muss sein langjähriges, in Eigenarbeit eingerichtetes Domizil im Souterrain der Fridolinschule räumen. Die Schule benötige diese Raumkapazitäten zwingend, so die Verwaltung. Die traditionsreiche Formation hofft nun auf eine geeignete Alternative. Unterdessen wirft der bisherige Prozess auch Fragen auf.

Petra Höfler (CDU) platzierte das Thema am Donnerstagabend im Ausschuss für Umwelt und Technik. Sie fragte nach, wie es denn um die künftige Unterbringung des Stadtspielmannszugs bestellt sei?

Zur Erinnerung: Nach Veränderungen im Zuschnitt des Schulbezirks wird die Stettener Grundschule nicht mehr als drei- sondern als 2,5-zügige Ganztagsschule in Wahlform geführt. Die beiden Bestandsgebäude der Fridolinschule werden umfassend saniert. Das Raumprogramm der Schule ist bekanntermaßen auf Kante genäht.

Wie die Fachbereichsleiterin „Jugend, Schulen, Sport“, Ilona Oswald, am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte, hänge der Auszug mit Notwendigkeiten des Schulbetriebs zusammen, für den perspektivisch auch die bisherigen Reserven benötigt würden. Der Proberaum werde künftig als Schul-Archiv genutzt, damit sei eine gleichzeitige Belegung durch die Musiker ausgeschlossen.

Derzeit, so Oswald und Lars Frick, Fachbereichsleiter „Kultur und Tourismus“, unisono, werde nach einer neuen Bleibe für den Stadtspielmannszug gesucht. Noch sei kein Domizil gefunden, doch immerhin stehe wahrscheinlich eine geeignete Zwischenlösung zur Verfügung, sagte Frick.

Auf Sicht geht Oswald davon aus, dass dem Stadtspielmannszug keine Örtlichkeit mehr angeboten werden kann, die er in Eigenarbeit ausbauen und alleine nutzen wird. Es komme tendenziell eher eine gemeinsame Nutzung von Räumlichkeiten mit anderen Musik-Formationen in Frage.

Aus der Perspektive von Günter Weggen, Vorsitzender des Stadtspielmannszugs, stellt sich die Situation folgendermaßen dar: Die Formation wurde im Zusammenhang mit der Zukunft ihrer Räumlichkeiten erstmals im Jahr 2018 von der Verwaltung kontaktiert. Zunächst wurde darum gebeten, das Lager im Dachgeschoss zu räumen, weil es von der Schule benötigt werde. Dem kam der Spielmannszug umgehend nach.

Bei einer Begehung des Probenraums (der ehemalige Kohlenkeller) sei festgestellt worden, dass in diesem nicht unterrichtet werden könne – allenfalls die Hausaufgabenbetreuung könne dort angeboten werden. Eine Variante, mit der das Ensemble einverstanden war, weil somit eine Doppel-Belegung durch Schüler und Musiker (außerhalb der schulischen Nutzung) denkbar war.

Im Januar aber habe die Verwaltung – für den Stadtspielmannszug überraschend – angefragt, ob er das Probelokal bereits frei gemacht habe. Die Frage habe die Musiker kalt erwischt.

Gleichzeitig wundere er sich durchaus, dass nun ein Schul-Archiv in besagten Raum einziehen soll, erklärte Weggen, denn: Im Zusammenhang mit der geforderten Räumung des seit über 40 Jahren genutzten Domizils seien von der Stadt auch Brandschutzgründe angeführt worden. Indes sollten diese doch ebenso gegen die Einrichtung eines Archivs sprechen, sagte der Vorsitzende.

Gleichwohl zeigte er sich offen für neue Lösungen, betonte Weggen. Er hoffe nun auf gute und zielführende Gespräche mit der Stadtverwaltung.

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