Lörrach Stabwechsel im Innocel-Umfeld

Anja Bertsch

Lörrach - Vor fast genau zwanzig Jahren - im April 2002 – zog das Innovations-Center Lörrach (Innocel) in das ehemalige Handdruckgebäude der KBC in der heutigen Marie-Curie-Straße. Nun steht an entscheidender Stelle ein Stabwechsel an: Dieter Trimpin, Gründer und langjähriger Geschäftsführer des Innovationszentrums Lörrach, übergibt das operative Geschäft an Jürgen Allweier, Geschäftsführer der Allweier GmbH in Weil am Rhein.

An der Spitze der Innovationszentrum Lörrach GmbH & Co. KG war Trimpin federführend für die Sanierung des ehemaligen KBC-Gebäudes, in dem die Wirtschaftsförderung (WFL) seit 2002 als Generalmieterin das Innocel betreibt.

Trimpin hatte im Jahr 2000 eine Investorengruppe um sich versammelt, die unterm Dach des eigens gegeründeten Innovationszentrums Lörrach das denkmalgeschützte KBC-Gebäude von der Stadt Lörrach kaufte und es großformatig sanierte. Kostenpunkt: Fast 25 Millionen Euro. Vereinbart war von Beginn an, dass die städtische Wirtschaftsförderung das hergerichtete Gebäude dauerhaft mietet, um dort ein Gründerzentrum einzurichten.

Die Stadt Lörrach hatte zuvor einen großen Teil des umliegenden Areals von der KBC gekauft, die sich bereits damals angesichts schwächelnder Geschäfte von einem Teil ihres Besitzes trennte. Für eine Sanierung des Innocel-Gebäudes auf eigene Faust und unter eigener Ägide freilich fehlten der Stadt Geld und Expertise.

Den Kontakt zwischen der Stadt und der Investorengruppe um Dieter Trimpin hatte damals Thomas Nostadt, Geschäftsführer der Wohnbau Lörrach, hergestellt. „Ich hatte mich direkt in die Räume, in die Ideen und Visionen verliebt“, bekannte Nostadt gestern im Rahmen eines Pressegesprächs anlässlich der Geschäftsübergabe.

Im Rückblick stelle das Projekt eine absolute Erfolgsgeschichte dar, waren sich die Akteure gestern beim Pressegespräch einig. Was im Rückblick allerdings beinahe wie ein Selbstläufer wirke, sei zu Beginn eine große Herausforderung gewesen, „die eine Menge Mut und visionäre Kraft forderte“, machte Oberbürgermeister Jörg Lutz beim Pressegespräch deutlich.

Mietvertrag bis 2050 verlängert

„Mit dem Stabwechsel an Jürgen Allweier wird die Grundlage für eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit gelegt“, blickte WFL-Geschäftsführern Marion Ziegler-Jung optimistisch in in die Zukunft – und hat dabei durchaus die lange Perspektive im Visier: Unlängst wurde der Mietvertrag bis zum Jahr 2050 verlängert.

Seit nunmehr 20 Jahren bietet die Innocel jungen Unternehmen im historischen Gemäuer aus den 1850er Jahren auf vier Etagen Raum und Umfeld für ihre Gründungsphase. Neben günstigen Räumlichkeiten mit guter technischer Infrastuktur finden die Unternehmen hier ein fruchtbares Umfeld und die Möglichkeit zur Vernetzung mit anderen Start-Ups. umreißt WFL-Geschäftsführerin Ziegler-Jung die Grundidee.

Auf Gründerseiten kommt dieses Angebot offenbar gut an: Über weite Strecken lag die Auslastung der Innocel-Kapazitäten in den letzten zwanzig Jahren verlässlich über 85 Prozent. Mit aktuell 27 Unternehmen und einer Auslastung von 58 Prozent ist aktuell allerdings ein Tiefpunkt in der bisherigen Geschichte erreicht.

Das freilich sei in gewisser Weise Ausfluss des eigenen Erfolgs, so Ziegler-Jung: Unlängst verließen gleich drei Unternehmen das Dach der Innocel, um sich an anderer Stelle zu vergrößern. Das vormalige Ein-Mann-Unternehmen PharmaKorell zum Beispiel hat in direkter Nachbarschaft im Innocel-Quartier einen Neubau bezogen. „Hier ist viel Bewegung drin – und genau das ist auch Konzept“, so auch Oberbürgermeister Jörg Lutz.

Vor dem Hintergrund der Entwicklung des Lauffenmühle will auch Innocel das Profil womöglich erweitern: Tummeln sich die Startups aktuell vor allem im Bereich Life Sciences, Digitale Gesundheit und Digitale Innovationen, sollen künftig verstärkt Gründungen im Bereich Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit im Innocel unterkommen.

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