Lörrach Stadt gibt dem zunehmenden Parkdruck nach

Das Füssler-Areal könnte schon bald als Park&Ride-Parkplatz genutzt werden. Foto: Guido Neidinger Foto: Die Oberbadische

Von Guido Neidinger

Lörrach. Der Parkdruck in Lörrach nimmt weiter zu. Neue Park&Ride-Parkplätze entlang der S-Bahn-Strecke auf dem Gebiet der Stadt sollen diesen Druck abmildern. Der Ausschuss für Umwelt, Technik und Soziales (AUT) beschäftigt sich am Donnerstag mit diesem Thema.

Lange Zeit wurde das Thema Park&Ride im Rathaus klein geredet und wenig beachtet. Als Argument wird heute noch das Gutachten des Märkte und Zentrenkonzepts aufgeführt. Dieses attestiert der Lörracher Innenstadt „eine großzügige Parkraumversorgung“. Auch die noch nicht fertiggestellte Studie des Büros für Stadt- und Verkehrsplanung (BSV) kommt in einem Zwischenbericht zu dem Schluss, dass die Innenstadt gut mit Parkraum versorgt ist.

Dies widerspricht allerdings den Alltagserfahrungen vieler Bürger. Immerhin sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Stellplätze weggefallen. Auf dem Niederfeldplatz wurden Wohnungen gebaut, auf dem früheren Rummelplatz (Kinderspielplatz) steht inzwischen ein Hotel. Rund 400 Stellplätze fallen schon bald auf dem Areal Weberei Conrad (MMZ) weg.

Diesem Fakt verschließt sich auch die Stadtverwaltung nicht mehr und hat das Thema auf die politische Agenda gesetzt. In der Vorlage der Sitzung des AUT heißt es: „Nach Beobachtung der Stadtverwaltung findet zur Zeit eine Verschiebung des ruhenden Verkehrs der Pendlerinnen und Pendler, weg von bislang sehr kostengünstigen Stellplätzen, hin zum öffentlichen Straßenraum oder privaten nicht bewirtschafteten Parkplätzen des Einzelhandels statt.“

Einige Geschäfte, zum Beispiel am Blasiring, haben bereits reagiert. Wer sein Auto auf deren Parkplätzen abstellt, muss als Kunde eine Parkscheibe benutzen. Ansonsten riskiert er eine Strafe in Höhe von 30 Euro (wir berichteten).

Einzelne Stadträte fordern ebenso wie die Öffentlichkeit bereits seit Jahren, Park&Ride-Parkplätze an strategisch wichtigen Punkten am Stadtrand einzurichten. Gehör verschaffen konnten sie sich bisher kaum. Das wird sich nun ändern. Stadtplanungschefin Monika Neuhöfer-Avdic schlägt eine ganze Reihe von geeigneten Flächen für Pendler-Parkplätze entlang der S-Bahn-Strecke vor. „Ziel dieser Überlegung ist es“, schreibt Neuhöfer-Avdic, „dem Pendlerverkehr in der Nähe von S-Bahn-Stationen und verkehrlich gut erreichbaren Flächen Parkplätze anzubieten, da diese im Innenstadtbereich rar geworden sind.“

Folgende Standorte werden zur Diskussion gestellt:   S-Bahn Station Lörrach-Haagen/Messe: Hier wäre das normalerweise gesperrte und nur bei Sonderveranstaltungen im Grütt (Messe, Zirkus) geöffnete Füssler-Areal denkbar. Neben dem Füssler-Areal sollen auch die nördlich der S-Bahn-Trasse gelegenen Flächen der Deutschen Bahn überprüft werden. Zudem ist eine Bike&Ride-Anlage an dieser S-Bahn-Station durch die Stadtwerke geplant.   S-Bahn Station Brombach/Hauingen: Denkbar ist hier die Erweiterung des ohnehin im Zusammenhang mit dem Bau der Sporthalle geplanten neuen Parkplatzes.   Neue S-Bahn Station Zentralklinikum: Perspektivisch bieten sich auch hier Möglichkeiten für einen Pendlerparkplatz. Allerdings könnte dieser frühestens im Jahr 2025 (eher später) realisiert werden.

Weiterhin wird von der Stadtverwaltung geprüft, ob kurzfristig Stellplätze entlang der Schwarzwaldstraße angelegt werden können.

Ziel der Verwaltung ist es laut Neuhöfer-Avdic, bis zum geplanten Baubeginn auf dem Areal „Weberei Conrad“ (Ende 2018/Anfang 2019) „erste Ersatzparkplätze für die Berufspendlerinnen und -pendler zu schaffen“. Zudem soll der generelle Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel gefördert werden.

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