Lörrach Stadt lenkt nach Protesten ein

Die Grünphase an der Ausfahrt Obere Riehenstraße auf die Basler Straße wurde nach Protesten verlängert.    Foto: Katharina Ohm Foto: Die Oberbadische

Lörrach (ndg). Veränderungen an der Einmündung Obere Riehenstraße/Basler Straße im Bereich der Bahnunterführung Süd haben zu erheblichen Protesten bei der Stadtverwaltung geführt.

Was war geschehen? Der Fachbereich Straßen/Sicherheit/Verkehr im Rathaus hatte Ende vergangener Woche an besagter Ausfahrt aus der Oberen Riehenstraße in die Basler Straße die Grünphase der Ampelanlage deutlich verringert. Zudem wurde ein Fahrradstreifen samt großflächiger rot abmarkierter Sicherheitstasche für die Fahrradfahrer eingerichtet. Dadurch ist die markierte Rechtsabbiegespur für Autofahrer weggefallen.

Diese Maßnahmen führten vor allem am vergangenen Freitag zu noch nie dagewesenen Rückstauungen an dieser Einmündung. Anwohner beklagten sich bei der Stadt, der auch ein offener Brief zuging, in dem die Probleme ausführlich beschrieben sind.

Bestritten wird in dem Schreiben, dass die Fahrradspur und die großflächige rote Sicherheitstasche für Radfahrer an dieser Stelle notwendig ist. „Denn bereits seit vielen Jahren existiert ein separater Rad- und Fußweg, der von den Radfahrern gut angenommen wird. Die bauliche Trennung zwischen Radweg und Autofahrspuren sorgt in der Unterführung für ein hohes Maß an Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. . . Niemand würde im Entferntesten auf die Idee kommen, von dem vorhandenen Fahrradweg auf die schwer einsehbare Straße auszuweichen.“ Den Unterzeichnern des offenen Briefes drängt sich der Verdacht auf, „dass hier Steuergelder verschwendet worden sind, mit dem alleinigen Ziel, den Pkw-Verkehr zu erschweren“.

Fachbereichsleiter Klaus Dullisch berichtete gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass neben dem offenen Brief zahlreiche Beschwerden im Rathaus eingegangen seien. Und diese haben gefruchtet. So wurde die Grünphase für Verkehrsteilnehmer, die aus der Oberen Riehenstraße auf die Basler Straße einbiegen wollen, deutlich verlängert, sodass laut Dullisch inzwischen bis zu 15 Autofahrer die Ampel bei Grün passieren können – vorher waren es nur vier bis fünf. „Diese Kritik war berechtigt“, räumte Dullisch ein.

Über einen längeren Zeitraum beobachten will Dullisch hingegen die Folgen der weggefallenen Rechtsabbiegespur durch die Sicherheitstasche für Fahrradfahrer. Dullisch vermutet aber, dass aufgrund der längeren Grünphase an diese Einmündung keine größeren Rückstauungen mehr auftreten, sodass alle wartenden Autofahrer innerhalb einer Taktung die Ampelanlage passieren können. Wenn das so sei, könne auch die rote Abmarkierung dauerhaft bleiben.

Denkbar ist nach seinen Worten allerdings auch, „dass wir hier übers Ziel hin-ausgeschossen sind. Wenn wir das feststellen, werden wir diese Maßnahme wieder zurücknehmen“.

In diesem Zusammenhang weisen die Unterzeichner des Briefs darauf hin, dass die Ampelanlage 100 Meter weiter an der Einmündung Obere Riehenstraße/Konrad-Adenauer-Straße niemals in Betrieb genommen worden sei.

Gelobt wird indes, dass die Bahnunterführung Süd „im Gegensatz zu den drei Bahnübergängen zwischen Stetten und der Innenstadt die einzig gelungene Pkw-Querung der Bahngleise“ sei.

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