Lörrach Stadt mischt die Karten neu

In der Schulentwicklungsplanung werden nun doch drei Szenarien eingehender untersucht. Foto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Von Bernhard Konrad

Die Stadt hat nach einer Sondersitzung des Ältestenrats ihre Linie geändert und möchte nun doch drei statt nur zwei Szenarien der Schulentwicklung noch eingehender auf ihre Machbarkeit hin prüfen. Der Gemeinderat stimmte dem neuen Beschlussvorschlag gestern Abend mit einer Enthaltung zu.

Lörrach. Die Verwaltung hat nach dem Austausch im Ältestenrat die Karten nochmals neu gemischt und dem Gremium modifizierte Alternativen zur Abstimmung angeboten.

Die Szenarien
Zum einen wird nun doch das vom Hebel-Gymnasium ins Gespräch gebrachte und von der Kommune nicht favorisierte Szenario 7 genau unter die Lupe genommen und im Herbst zur Abstimmung gestellt. Das heißt: ein gymnasialer Campus mit „Hebel“ und Hans-Thoma-Gymnasium (HTG), die Gemeinschaftsschule (GMS) im Grütt und sowohl eine Realschule plus in der Neumatt als auch in Brombach.

Einigkeit besteht im Ratsrund offenbar über den Schulstandort Brombach, für den sämtliche Varianten eine Realschule plus vorsehen. Eine klare Tendenz zum Verbleib der GMS im Grütt ist ebenfalls zu erkennen, denn: Das vom Workshop favorisierte Szenario 6 wurde zum Szenario 6.2 variiert, welches nun nur noch den Umzug des „Hebel“ in die Neumatt vorsieht. Auf dem Campus blieben HTG und Theodor Heuss-Realschule (THR) als Realschule plus, in Brombach wäre ebenfalls eine Realschule plus vorgesehen, die GMS bliebe im Grütt.

Im Rennen bleibt auch Szenario 8 mit einem künftig nur noch vierzügigen HTG, dem „Hebel“ und der THR als Realschule plus auf dem Campus, der GMS im Grütt, einer Realschule plus in Brombach und einem dritten Gymnasium in der Neumatt.

Grundschulen
Bei sämtlichen Varianten würden die Grundschulen an der Albert-Schweitzer-Schule und der Neumattschule aufgelöst und die Schüler auf andere Grundschulen verteilt, was unter anderem bei Chris Kiefer (CDU) auf Kritik stieß. Die Stettener Fridolinschule müsste demnach ausgebaut werden.

Die CDU
Ulrich Lusche bat die Verwaltung, ergebnisoffen in die Gespräche mit dem Regierungspräsidium zu gehen. Bei aller gewissenhaften Abwägung sämtlicher Argumente dürfe die „Zeitschiene“ nicht aus den Augen verloren werden. Er begrüßte, dass die Stadt nun alle drei Varianten untersucht und zur Abstimmung stellt – und nicht nur eine. Gymnasiale Bildung spiele in Lörrach angesichts der Bevölkerungsstruktur eine besondere Rolle, gab Lusche zu bedenken: „Der Campus ist ein Erfolgsmodell.“

Die SPD
Auch Hubert Bernnat befürwortete die Untersuchung aller drei Ansätze. Die SPD-Fraktion könne sich auch mit einem rein gymnasialen Campus anfreunden: Angesichts von 60 Prozent Übergängen von der Grundschule aufs Gymnasium sei dieses längst nicht mehr elitär. Der Umzug des „Hebel“ bleibe eine denkbare Alternative, ein drittes Gymnasium dagegen nicht, so Bernnat: Dies stärke die Gymnasien zu sehr. Auch er mahnte bei aller notwendigen Sorgfalt, spätestens im Oktober endgültig abzustimmen.

Die Grünen
Margarete Kurfeß unterstützte den neuen Beschlussvorschlag ebenfalls. Sie favorisierte zwar weder Szenario 6.2 noch 7, zeigte sich aber mit Blick auf ein drittes Gymnasium ebenfalls skeptisch: „Das hieße: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass." Ein drittes Gymnasium in der Neumatt, vermutet Kurfeß, würde nicht gut angenommen werden.

Freie Wähler
Uwe Claassen sagte: „Wenn das Hebel-Gymnasium in die Neumatt umziehen müsste, wäre das sein Tod. Wir würden vieles kaputt machen.“ Claassen tendiert persönlich, anders als SPD und Grüne, zu Szenario 8. Er betonte aber auch die Notwendigkeit, GMS und Realschulen zu stärken.

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