Lörrach Stadtzentrum im Wandel

Gudrun Heute-Bluhm, Stadtrat Gerd Wernthaler und die IBA-Projektbeauftragten Michael Feiler sowie Salomé Mall im Gespräch über das IBA-Bahnhofsprojekt Foto: Markus Greiß Foto: Die Oberbadische

Von Markus Greiß

Lörrach. Seit Mitte August zieht die Internationale Bauausstellung (IBA Basel 2020) durch das Dreiland, um über ihre 43 grenzüberschreitenden Projekte in den Themengebieten „Stadträume“, „Zusammen leben“ und „Landschaftsräume“ zu informieren.

Am Samstag machte sie in Lörrach Station – mit einer mobilen Projektpräsentation und Vor-Ort-Terminen zum Kennenlernen der Lörracher Einzelprojekte. So stand im Rahmen des IBA-Projekts „Stadtentwicklung und Transformationsgebiete“ ein Spaziergang mit Innocel-Geschäftsführerin Diana Stöcker zum Innovationsquartier Innocel an. Eine Velorundfahrt führte zu den Schauplätzen des IBA-Projekts „Landschaft x Fluss = Wiesionen2“. Und Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm informierte vor der Velostation über die geplante Stadt- und Verkehrsentwicklung rund um den Hauptbahnhof. Nur schade, dass sich neben IBA- und Pressevertretern niemand zum Themenspaziergang eingefunden hatte.

Denn Heute-Bluhm zeichnete ein präzises Bild, wie sich die Innenstadt im Rahmen des IBA-Projekts „Hauptbahnhof Lörrach“ entwickeln könnte. Ziel ist es, den Bahnhof zu einer Verkehrsdrehscheibe für alle nachhaltigen Mobilitätsformen zu machen. Die Einrichtung der Velostation mit Fahrradverleih und Reparaturstation ist bereits verwirklicht. Hinzu kommt eine Veloeinstellhalle mit 100 Einstellplätzen, die im Januar eröffnet wird. Und vor dieser Halle entstehen bis Ende dieses Jahres sechs Car-Sharing-Stellplätzen und zwei Elektro-PKW-Ladestationen.

Finanziell am schwierigsten zu stemmen sein dürften die angedachte Verbindung der bahnhofsnahen Tiefgaragen, durch die die Zahl der Garagenzufahrten in der Bahnhofstraße verringert werden soll und der Viertelstundentakt auf der S-Bahn-Strecke sowie die intelligente Verknüpfung mit dem Busverkehr – der laut Heute-Bluhm „größte Brocken“ des Gesamtprojekts. Alleine eine Fahrplanuntersuchung zur Feststellung der Realisierbarkeit des Viertelstundentakts schlüge mit mehr als 50.000 Euro zu Buche. Ergänzt werden sollen die Verkehrsmaßnahmen durch städtebauliche Veränderungen – wie den Bau des Einkaufszentrums auf dem Postareal, die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes und den Neubau eines Hotels auf der Bahnhof-Ostseite.

Noch sind die verkehrs- und städtebaulichen Maßnahmen um den Bahnhof – wie auch die anderen Lörracher IBA-Projekte – für die Erteilung des IBA-Labels nur vornominiert. Um die imageträchtige Auszeichnung zu erhalten, muss ein Projekt laut den IBA-Projektbeauftragten Salomé Mall und Michael Feiler qualitativ überzeugen sowie machbar, finanzierbar und grenzüberschreitend sein. Bis diese Kriterien beim IBA-Projekt „Hauptbahnhof Lörrach“ erfüllt sind, bleibt noch einiges zu tun.

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