Lörrach Straße der Möglichkeiten

 Foto: Willi Vogl

Lörrach - Im Rahmen des Lörracher Dialogsommers lud Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic zum Stadtspaziergang mit dem Thema „Die Südstadt Stetten“ ein. Etwa 20 interessierte Bürger folgten der Einladung, man traf sich an der S-Bahn Station Lörrach-Stetten vor dem alten Bahnhofsgebäude.

Der Eingang nach Lörrach soll in Stetten optisch und funktional aufgewertet werden. Für das ambitionierte Projekt schaffte der Gemeinderat vor den Sommerferien noch die Grundlage. Das Gesamtvolumen beträgt 7,9 Millionen Euro. Die Stadt hat mit rund einem Drittel der Kosten einen vergleichsweise geringen Eigenanteil zu leisten.

Die Projektplanung sei komplex, da mit Riehen und Lörrach nicht nur zwei Städte, sondern mit der Schweiz und Deutschland auch verschiedene politische und verwaltende Gremien bis hin zur jeweiligen Bundesebene beteiligt sind. Das eröffnet jedoch auch Chancen. So ist nicht nur die IBA Basel mit im Boot, sondern konnten auch 5,3 Millionen Euro an Fördergeldern – darunter insbesondere Bundesmittel – eingeworben werden.

Aus den zahlreichen Ideen zur Neugestaltung, die auch im Austausch mit den Quartiersbewohnern über Jahre gesammelt wurden, sind Pläne gereift, die vom Wiener Planungsbüro Yewo Landscape konkretisiert werden. Nach wie vor lädt Neuhöfer-Avdic vor allem die etwa 2500 Bewohner des Quartiers entlang der Basler Straße vom Stettener Bahnhof bis zum Zoll ein, sich einzubringen.

Christian Bucher regte an, nicht genutzte Dopplungen von Bahn- und Buslinien besser zu koordinieren. „Neben der baulichen und fahrtechnischen Neuordnung der Verkehrsströme von Bahn, Bus, Auto und Fahrrad hat die Stadt auch alle anderen Bereiche der Stadtentwicklung im Blick“, verweist Neuhöfer-Avdic auf den aktuellen Arbeitshorizont. So seien ihr ein ausgewogener und starker Mix im Einzelhandel, funktionierende Schulen und Kindergärten und Sozialeinrichtungen mit kurzen Wegen ein großes Anliegen. „Die baulichen Maßnahmen haben die Erhöhung der Aufenthaltsqualität als Ziel“, nennt sie als wesentliche Planungskoordinate. So sei neben der Schaffung von Grünflächen und beruhigten Zonen vorrangig auch der Verkehrsplan für Fahrräder zu entwickeln. Hier sei zudem eine durchgängige Nord-Süd-Verbindung durch die gesamte Stadt innerhalb einer Zehn-Jahres-Perspektive angepeilt.

Die Basler Straße wurde ursprünglich als Bundesstraße, auch für die Zollabfertigung von LKW, gebaut. Der Güterverkehr wird inzwischen in Weil abgefertigt und die Basler Straße wurde zu einer städtischen Straße heruntergestuft. Die breite Fahrbahn ermöglicht Nutzungsalternativen: Agnes Heller, Projektleiterin der IBA Basel, zeigte Planskizzen für den Umbau.

Neben der Neugestaltung der öffentlichen Flächen sieht Neuhöfer-Avdic eine Reihe von Möglichkeiten auch mit privaten Investoren und Anliegern über gut kommunizierte Bebauungspläne die Wohn- und Lebensqualität im Quartier zu erhöhen. Mitunter geht es darum, die beiden Grenzen – die Ländergrenze Schweiz-Deutschland und die Bahntrasse als Trennlinie – durchlässiger zu machen. Eine besondere Rolle kommt dabei dem Stettener Bahnhof als Mobilitätsdrehscheibe zu. Zahlreiche Bretter müssten hier noch gebohrt werden. So solle das 1-Euro-Ticket der Stadt auch über eine App buchbar werden. Zusammen mit der Schweizer Seite gäbe es Überlegungen für einen gemeinsamen Zoll.

Viel Nützliches und Schönes sei bereits vorhanden, wie etwa der Abschnitt mit den Alleebäumen. Hier könne man baulich fantasievoll anknüpfen und neu modellieren. Die Detailplanungen zur „Straße der Möglichkeiten“ ist unter auf der Homepage der IBA Basel  einzusehen.

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