Lörrach Streuobstwiesen und urbanes Forum

mek, 28.09.2015 05:00 Uhr

Von Kristoff Meller
Lörrach-Brombach. Sporthalle, Forum, Büro- und Veranstaltungsräume sowie generationenübergreifendes Wohnen: An der Franz-Ehret-Straße plant  die Schöpflin-Stiftung  ein multifunktionales Quartier. Wie die Brachfläche künftig aussehen wird, steht  nach der Begutachtung von neun Architektenentwürfen,  nun überraschend schnell fest.

„Natürlich gibt es noch viele Fragen, aber  nun haben wir einen Entwurf mit dem wir  weiter arbeiten können – jetzt geht  es an die Details“, erklärte Albert Schöpflin am Samstag im Gespräch mit unserer Zeitung bei der  Präsentation  im Atelier Schöpflin. Für die Projektentwicklung auf dem 1,2 Hektar großen Areal  hatte die Schöpflin Stiftung neun renommierte Architekturbüros aus Deutschland und der Schweiz eingeladen, auf der Grundlage des städtebaulichen Rahmenplans Vorschläge für die künftige  Bebauung auszuarbeiten.

Ein einstimmig getragenes Ergebnis

Das Quartier soll dabei eine Klammerfunktion zwischen den Ortsteilen Brombach und Hauingen einnehmen. Auch die neue Brombacher Sporthalle inklusive entsprechender Parkflächen auf der nordöstlichen Seite gehört zum Quartier. Sie bekommt die Stadt  von der Familie Schöpflin zur Verfügung gestellt. Die Mietwohnungen sollen Eigentum der Schöpflin-Stiftung bleiben.

Die Konturen des gesamten Ensembles standen bereits fest: Das Stuttgarter Büro Wick + Partner hatte im  vergangenen Jahr  den Architekturwettbewerb gewonnen. Die Entwürfe für die Feinplanung  wurden nun am Freitag zunächst von einem Gremium aus Fachpersonen und Gästen  begutachtet. Was als Entscheidungshilfe für den weiteren Prozess  gedacht war, führte  am Ende des Sitzungstages überraschenderweise zu einem „mit großer Überzeugung und einstimmig getragenen Ergebnis“, wie Isolde Britz von der Stadtbau Lörrach am Samstag mitteilte. Sowohl die Mehrzweckgebäude der Schöpflin Stiftung einschließlich der Räume für Brombacher Vereine als auch die Wohnbebauung sollen auf der Grundlage des Entwurfs des Todtnauer Büros Thoma.Lay.Buchler realisiert werden. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so schnell zu einem Ergebnis kommen“, bestätigte Schöpflin.

„Wohnen im Häkelkleid“ zwischen Streuobst- und Blumenwiesen, so beschreibt das Architekturbüro Thoma.Lay. Buchler, das bereits für das Evangelische Gemeindehaus in Brombach verantwortlich zeichnete, unter anderem seinen Entwurf. Dieser enthält viel Grünraum. „Das war uns sehr wichtig“, erklärte Albert Schöpflin. Für die Gestaltung werden „zwei bis drei gute Teams von Landschaftsgärtnern“ angeheuert, so Schöpflin.</p><p>Ebenfalls wichtig für die Stiftung –   und gut umgesetzt vom Todtnauer Architekturbüro – seien die insgesamt sechs Veranstaltungsräume. Gerade für die „längerfristigen  Projekte“ der Stiftung  sei das laut Albert Schöpflin von Vorteil, da die Teilnehmer die Materialien nicht ständig wegräumen müssten.

Franz-Ehret-Straße soll umgestaltet werden

Die städtebauliche Entwurfsidee wird laut der Entwurfserläuterung der Architekten aufgegriffen und weiterentwickelt: „Die bestehenden und neuen Gebäude der Schöpflin Stiftung, die neue Sporthalle, das historische Gasthaus im Süden und die neue Wohnbebauung werden über ein differenziertes Wegenetz mit Plätzen miteinander verwoben. Die beiden neuen Mehrzweckgebäude, die Villa Schöpflin und der Werkraum Schöpflin bilden den Rahmen um das neue, urbane Schöpflin Forum. Der Platz lädt zum Verweilen unter der Schatten spendenden Linde oder zum Spiel mit dem Wasser ein... Die Wohnkonzeption ermöglicht vielfältige Wohnungen für die unterschiedlichsten Wohnformen.“

Umgestaltet werden soll laut Entwurf auch die Franz-Ehret-Straße im Bereich des bestehenden Stiftungsareals. Dieser Abschnitt soll an die neue Bebauung angepasst werden und einen Übergang zu  Werkraum und Villa schaffen. „Die Autofahrer sollen das Gefühl haben, durch etwas durchzufahren“, beschreibt Schöpflin. Gleich zu Beginn des Quartiers von der Schopfheimer Straße kommend, wird die Einfahrt für die Tiefgarage liegen. Laut Schöpflin wird voraussichtlich „mehr als die Hälfte“ des Quartiers unterkellert, um genügend Stellplätze zu schaffen.

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