Lörrach Studie stellt die Weichen

Lörrach (bk). Das Resultat ist eindeutig: Eine von deutschen und Schweizer Projektpartnern gemeinsam in Auftrag gegebene Fahrplanstudie belegt, dass ein 15-Minuten-Takt auf der Wiesentalstrecke grundsätzlich möglich ist – mit nur punktuellen Umbaumaßnahmen.

Die erforderliche Kreuzungsstelle mit zwei Gleisen könne mit geringem Mehraufwand zu einem S-Bahn-Haltepunkt am Zoll Lörrach/Riehen ausgebaut werden, wie die IBA Basel gestern in einer Mitteilung betonte. Das heißt: Ein 15-Minuten-Takt in Kombination mit einem neuen Haltepunkt ist nicht nur technisch machbar, sondern auch aus betrieblicher Sicht lohnend: Damit sind zwei große Fragezeichen, die bislang hinter dem Gesamtprojekt standen, ausgeräumt.

Mobilitätsknotenpunkt am Zoll

Wie berichtet, planen die Gemeinde Riehen und die Stadt Lörrach im Rahmen der IBA Basel auf Höhe des Zolls eine neue S-Bahn-Haltestelle. Das Gebiet an der Grenze soll dadurch besser an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden und die Umsteigesituation von der S-Bahn in Tram und Bus optimiert werden. Ein dichterer Takt würde zudem den Fahrgästen der Regio-S-Bahn nutzen.

Die Projektpartner Lörrach und Riehen haben deshalb gemeinsam mit der IBA Basel, dem Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt und dem Landkreis Lörrach eine Fahrplanstudie in Auftrag gegeben. Für IBA Geschäftsführerin Monica Linder-Guarnaccia sind das gute Nachrichten: „Diese Studie kann ein Durchbruch für das IBA-Projekt sein“, sagte sie. „Dann werden auch die Begriffe ‘grenzüberschreitende Stadtagglomeration’ und ‘Verflechtungsraum’ mit Leben gefüllt und durch konkrete Maßnahmen weiterentwickelt“, erklärt Lörrachs Bürgermeister Michael Wilke.

Nun werden die Projektpartner mit der IBA Basel die nächsten Planungsschritte einleiten, um die grundsätzliche Machbarkeit zu prüfen. Dazu zählen insbesondere die Einbindung des Haltepunkts in die Stadtentwicklung und die grenzüberschreitenden Bus-, Tram- und Fahrradnetze. Zusätzlich werden die Konsequenzen für die Schranken-Öffnungszeiten in Riehen und Lörrach sowie eine Kostenschätzung der nötigen Infrastrukturmaßnahmen überprüft.

Indes spiegeln die kommenden Schritte die Komplexität des Gesamtprojekts und die Vielfalt der Akteure wider. Wie der Mobilitätsmanager der Stadt Lörrach, Arne Lüers, gestern im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte, tasten sich die Akteure gewissermaßen in kleinen Schritten voran. Kein leichtes Unterfangen: Städte und Gemeinden, Landkreis und Kantone arbeiten dabei grenzüberschreitend zusammen, auch Gespräche mit dem Land Baden-Württemberg werden gesucht. Und, so Lüers: „Die Strecke gehört der Bahn AG. Ohne sie geht nichts. Und mit ihr geht nur was, wenn es die Bahn nicht zahlen muss.“ Sprich: Auch Finanzierungsfragen müssen im Detail noch geklärt werden. Immerhin: Käme es zum Bau der neuen Haltestelle mit zwei Gleisen, müsste zumindest in diesem Zusammenhang in Stetten kein zweites Gleis gebaut werden. Umzusetzen wäre das Projekt auch mit nur einem Gleis an der Haltestelle Zollweg und einem Halbstundentakt auf der Strecke, indes favorisiere die Stadt den 15-Minten-Takt.

Ein Ziel, viele Akteure

Von einem „Durchbruch“ wollte Diana Stöcker angesichts der bevorstehenden Aufgaben noch nicht sprechen. Die Geschäftsführerin des Innocel, bei dem nun die Lörracher IBA-Projekte angesiedelt sind, bezeichnete die Studienergebnisse aber immerhin als „Meilenstein“ auf dem Weg zur Verwirklichung des IBA-Projekts. Dabei, so betonte sie, sei eine weitere Aufgabe der Ausbau des grenzüberschreitenden Tarifsystems. Es sei wichtig, „dass für die Bürger auch in dieser Hinsicht der Mehrwert des IBA-Projekts ersichtlich wird.“

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